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Julie Marie Schäfer aus Münden stellt ihre Kunstwerke international aus

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Von: Kira Müller

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Julie Marie Schäfer aus Hann. Münden stellte erste Werke in Genua (Italien) aus. Angefangen hat ihre Leidenschaft durch ein traumatisches Erlebnis.
Julie Marie Schäfer aus Hann. Münden stellte erste Werke in Genua (Italien) aus. Angefangen hat ihre Leidenschaft durch ein traumatisches Erlebnis. © Kira Müller

Die Hann. Mündenerin Julie Marie Schäfer stellt ihre Kunst international aus. Dabei hat sie ein traumatisches Erlebnis zum Malen gebracht. Nun wurde sie über die sozialen Medien entdeckt.

Hann. Münden – Über die sozialen Medien gefunden und für internationale Ausstellungen angefragt werden – das ist wahrscheinlich der Wunsch von vielen Künstlern. Julie Marie Schäfers Geschichte sieht genau so aus.

Begonnen hat die 33-Jährige mit dem Malen vor etwa zehn Jahren, als sie nach einem traumatischen Erlebnis eine Kunsttherapie begonnen hat. „Ich konnte nicht darüber sprechen, also habe ich angefangen zu malen“, sagt Schäfer. „Je bunter das Bild, desto schlechter habe ich mich gefühlt“, erklärt die Hann. Mündenerin.

Lange Zeit habe sie nicht mehr gemalt. Im April 2022 hatte sie aber dann durch ein Ereignis, das sie emotional aufwühlte, wieder zu Pinsel und Farbe gegriffen und seit dem nicht mehr aufgehört. „Durch das Malen werden die Gefühle bunter und erträglicher“, erklärt Schäfer.

Drei Kunstwerke von Julie Marie Schäfer hänger bei einer Ausstellung in Italien

Etwa 100 Bilder hängen in ihrem Haus in Hann. Münden verteilt an den Wänden – nur vereinzelt lassen sich noch leere Stellen sehen. „Wenn ich male, bin ich ganz bei mir. Wie andere die Luft zum Atmen brauchen, brauche ich das Malen. Das ist mein Ausgleich, da steckt mein Herzblut drin“.

In ihrem Haus ist kein Teil mehr so, wie es mal war, sagt sie. Jeder Blumentopf und jede Stiftebox hat ein neues Aussehen bekommen. „Es ist ständig alles im Wandel“, sagt die Künstlerin. Im Oktober 2022 habe sie ihre ersten Rückmeldungen zu ihrer Kunst über das soziale Netzwerk Instagram bekommen und wurde eingeladen, drei ihrer Bilder in Genua (Italien) auszustellen.

Dort hingen ihre Werke zweieinhalb Wochen unter dem Motto Influencer. „Für mich ist das noch gar nicht greifbar“, so Schäfer, die viel positives Feedback und einige Kaufanfragen bekommen habe.

Nächste Kunst-Ausstellungen in New York, Mailand und Fuerteventura geplant

Der Preis für ihre Bilder sei „von Bild zu Bild unterschiedlich“, erklärt die zweifache Mutter. „Ich frage immer: Was ist dir das Bild wert? Und dann einigen wir uns schon“. Für sie sei sowieso der größte Lohn, wenn sich jemand genauso in ihre Bilder reindenkt, wie sie das tut. Das ein oder andere Bild habe sie aber bereits zwischen 500 und 1000 Euro verkauft – und das auch international, wie zum Beispiel nach Texas und Ohio.

Beim Verkauf sei neben einem weinenden Auge auch ein freudiges und lachendes dabei. „Ich sage nicht, was ich beim Malen gefühlt habe – das kann jeder selbst entscheiden“, findet sie. „Gefühle, die einen traurig machen, hält man nicht fest, sondern lässt sie frei – so mache ich das auch mit meinen Bildern“.

Über 100 mit Acryl-Farben gemalte Bilder hängen im Haus von Julie Marie Schäfer.
Über 100 mit Acryl-Farben gemalte Bilder hängen im Haus von Julie Marie Schäfer. © Kira Müller

Es sei wie ein fließender Prozess und sie lasse ihre Gefühle einfach laufen – bis das Bild perfekt sei. So komme es auch oft vor, dass sie Bilder wieder von der Wand abnimmt und verändert. „Ich habe immer wieder neue Lieblingsbilder“, sagt sie.

Die nächsten Ausstellungen, an denen Julie Marie Schäfer teilnehmen wird, sind schon geplant. Angefragt wurden ihre Bilder zum Beispiel für New York, Mailand und Fuerteventura.

„Ich träume davon, von meiner Kunst, die mich heilt und glücklich macht, leben zu können“, hofft Schäfer. Deswegen wolle sich die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation nun selbstständig machen. „Ich mag es nicht, mich an Sachen zu halten. Ich mag es, wenn Dinge nicht der Norm entsprechen“, sagt sie. (Kira Müller)

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