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Junge Talente qualifizieren sich für Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“

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Von: Hans-Peter Niesen

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Das Welfenschloss in Hann. Münden an der Werra.
Das Welfenschloss in Hann. Münden an der Werra. © Bettina Sangerhausen

Der Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ für die Landkreise Göttingen und Northeim fand am Sonntag, 13.02.2022, im Welfenschloss Hann. Münden statt.

Hann. Münden – Viel Beifall gab es für die jungen Künstlerinnen und Künstler beim diesjährigen Preisträgerkonzert des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“, das mit Unterstützung des Mündener Kulturrings im Rittersaal des Welfenschlosses stattfand. Der Regionalausschussvorsitzende Heinz Weyhing (Northeim) freute sich, genau wie die jungen Künstler, über die Möglichkeit des Auftritts vor Publikum, wenn auch wie im Rittersaal im Wesentlichen vor Eltern, Großeltern und Freunden, um eine Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten.

Die Preisträger hatten sich beim Regionalausscheid vor drei Wochen in Northeim qualifiziert. Einige wenige von ihnen schafften sogar den Sprung in den niedersächsischen Landeswettbewerb, der digital stattfindet. Bei mehreren hundert Teilnehmern wird eine Veranstaltung mit Live-Auftritten als zu gefährlich betrachtet.

Aus Hann. Münden präsentierte sich die elfjährige Carla Quentin Rosaenz mit der Geige. Sie spielte, begleitet von Natalia Walter auf dem Flügel, ein selten zu hörendes Stück des zu seiner Zeit berühmten Violinisten Oskar Rieding (1846-1918). Carla war in Northeim mit einem ersten Preis ausgezeichnet worden.

Über einen zweiten Preis konnte sich die Hann. Mündenerin Mina Gicevic freuen. Die 13 Jahre alte Violonistin spielte ein Werk von Antonio Vivaldi (1678-1741). Überhaupt, die Geigen waren stark vertreten. Till Müller (10) aus Göttingen überraschte mit dem Bossa Nova „Silver Tears of the Moon“ von dem 1958 geborenen Komponisten Michael Radanovics. Für seinen Vortrag war der Göttinger mit einem zweiten Preis ausgezeichnet worden. Ein dritter Preis ging an die gleichfalls aus Göttingen kommende Liljana Müller (13) für ihren „fliegenden Tanz“ - Sicilienne von Gabriel Faure (1845-1924).

In einer schon ganz eigenen Liga spielt das Duo der beiden elfjährigen Santiago Kirchhoff (Klarinette) aus Northeim und Haoli Li (Klavier) aus Göttingen. Die beiden eroberten in ihrer Altersgruppe nicht nur einen ersten Preis, sondern auch ein Ticket für den Landeswettbewerb. Ihr Auftritt war quasi eine Generalprobe für die nächst höhere Ebene. Sie spielten gleich drei Stücke von Jean-Xavier Lefèvre (1763-1829), Niels-Wilhelm Gade (1817-1890) und Witold Lutoslawski (1913-1944).

Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Hannover

Ebenfalls für den Landeswettbewerb qualifizierte sich der bereits 17 Jahre alte Nils Brackhahn aus Hannover mit seinem Akkordeon. Weil in Hannover keine Juroren für dieses vergleichsweise selten zu hörende Instrument zur Verfügung standen, wich er auf den Northeimer Entscheid aus, berichtete Moderator Michael Schäfer. Er zeigte mit einem Werk des 1962 geborenen Komponisten Franck Angelis (geb. 1962), welche klangliche Vielfalt das Instrument außerhalb der Volksmusik-Szene bieten kann.

Wegen der Corona-Pandemie hatten sich der 59. Auflage des renommierten Wettbewerbs nur 27 Teilnehmer gestellt. In normalen Zeiten stellen sich der Ausscheidung für Stadt und Landkreis Göttingen sowie den Bereichen Northeim, Hann. Münden, Duderstadt und Osterode zwischen 60 und 130 Nachwuchstalente den Juroren, sagte der Regionalausschussvorsitzende Heinz Weyhing. Dass nach wie vor Vorsicht geboten ist, zeigte das Beispiel einer neunjährigen Preisträgerin. Ihre Eltern zogen kurz vor dem Konzert ihre Zusage über die Teilnahme wegen einer Infektion im Umfeld zurück.

Die Bedeutung des Preisträgerkonzerts und des Regionalentscheids für die Stadt Hann. Münden unterstrich die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, Gudrun Surup, im Namen von Bürgermeister Tobias Dannenberg. Sie würdigte insbesondere, dass die Preisträgerkonzerte seit fast sechs Jahrzehnten in Hann. Münden stattfinden.

Von Hans-Peter Niesen

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