Sia Korthaus begeisterte mit Witz und Charme

Kabarett aus der Zeitmaschine

Kabarettistin Sia Korthaus Foto: Huck

Hann. Münden. Mit ihrer Zeitmaschine nahm Kabarettistin Sia Korthaus die Besucher im Café Aegidius mit auf eine Zeitreise in verschiedene Epochen, unter anderem in die 1950er-Jahre.

Wir schreiben das Jahr 2054. Die Welt wurde umbenannt in Google Earth, nachdem Smartphones immer größer wurden, nennt sich Windows jetzt Doors und auch die Währungen in verschiedenen Ländern haben sich verändert.

„Den Dollar gibt es nicht mehr, die haben jetzt die Drachme und die Griechen zahlen mit Pfund. Für zwei Pfund Gyros kriegst du eine Flasche Metaxa.“ Sia Korthaus war am Samstagabend mit ihrem Programm „Sorgen? Mach ich mir morgen!“ im Café Aegidius in Hann. Münden zu Gast und erzählte, wie es in der Zukunft so aussieht. Gekommen war sie mit ihrer Zeitmaschine, gesteuert vom kleinen Außerirdischen, Herrn Joschewski, seinerseits Berliner Schnauze mit einer Vorliebe für frivole Witze.

Zusammen reisten sie ins Jahr 2015 zurück, wo die Kabarettistin den Zuschauern, die man in ihrer Zeit übrigens kulturelle Retros nennt, von den Veränderungen in den kommenden 39 Jahren erzählte. Sie berichtete, dass sie bei einem großen Datencrash 2026 fast ausgelöscht worden wäre, ihr komplettes Leben aber Dank Facebook rekonstruiert werden konnte.

Bundeskanzlerin ist auch im Jahr 2054 immer noch Angela Merkel, die allerdings nicht mehr gewählt, sondern nur noch geliked wird, genau wie der amerikanische Präsident. Im Jahr 2054 ist das laut Sia Korthaus übrigens Google-Chef Eric Schmidt, der unter anderem auch Zalando und Ebay gekauft hat, was auch der Grund dafür ist, dass USA in der Zukunft die Abkürzung für „Vereinigte Staaten von Amazon“ sei. Alkohol ist verboten und auch öffentlich gespielte Musik gibt es nicht mehr, wegen der Gema. „Sie wissen was GEMA heißt?“, fragte Sia Korthaus ihre Zuschauer. „Das ist die Abkürzung für Gesellschaft zur Erpressung von Musikern und deren Angehörigen“.

Mit ihrer Zeitmaschine nahm Sia Korthaus die Besucher mit in verschiedene Epochen, unter anderem in die 1950er Jahre. Dort gefiel es Herrn Joschewski gar nicht, denn da hätten sich alle immer verlobt, und verlobt sein sei schließlich, als wenn man ein Fahrrad geschenkt bekommt, damit aber nicht fahren, nur ab und zu mal klingeln darf.

Sia Korthaus ist aber nicht nur lustig, sondern auch eine ausgesprochen gute Sängerin, wovon sich die Besucher am Samstagabend überzeugen konnten. Die Frau hat Witz, Charme und versteht es genau, die richtigen Worte zu finden. Sie schlüpft erfolgreich in verschiedene Rollen und schafft es, ihr Publikum voll und ganz von ihren vielfältigen Qualitäten als Sängerin, Komödiantin und Wortakrobatin zu überzeugen. Belohnt wurde sie dafür mit herzlichem Gelächter und ehrlichem, anhaltendem Applaus. (zwh)

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