Kaffeemaschine führte ins Gericht

Foto: Uli Deck

Hann. Münden. Nach nur knapp einer halben Stunde Verhandlungszeit wurde ein Verfahren wegen Betrugs rund um eine Kaffeemaschine im Amtsgericht Hann. Münden eingestellt.

Einer Mündenerin wurde vorgeworfen, im vergangenen Jahr 200 Euro, die für den Kauf einer neuen Kaffeemaschine vorgesehen waren, ohne Gegenleistung in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Das Opfer, ein 52-jähriger Mündener Gastronomiebesitzer, wandte sich nach eigener Aussage hilfesuchend an die Angeklagte, da seine alte Maschine kaputt gegangen sei. „Ich brauchte sie für das Geschäft.“ Er gab ihr 200 Euro, erhielt aber trotz mehrmaligen Nachfragens kein neues Gerät. Erst als er ihr nochmals 150 Euro übergab, kaufte sie ihm eine neue Kaffeemaschine.

Auf die Fragen des Verteidigers Wilbrand Krone, warum er denn vergessen habe, dass er ihr schon zuvor Geld gegeben habe, gab er an, es nicht mehr gewusst zu haben: „Ich arbeite jeden Tag bis in die Nacht, da habe ich es vergessen.“ Da er es aber später immer noch nicht zurückerhalten habe, erstatte der Mann Anzeige. Er räumte aber ein, das Geld Ende des vergangenen Jahres erhalten zu haben. Das bestätigte auch die Angeklagte: „Als ich die Strafanzeige bekam, habe ich das Geld sofort zurückgezahlt“, gab die berufsunfähige Frau vor dem Prozess zu Protokoll. Sie sei längere Zeit in einer Klinik gewesen, aus dem Grund sei die ganze Sache irgendwie untergegangen.

Sie habe ihm aber eine Kaffeemaschine für die 150 Euro gekauft. Der Geschädigte habe währenddessen so oft angerufen, dass sie manchmal nicht mehr an das Telefon ging. Ihr Verteidiger reichte zudem ein Attest über eine Erkrankung ein, die zu den Geschehnissen beitrug.

Auch wenn Richterin Katharina Bierend bezweifelte, dass die Angeklagte das Geld zurückzahlen wollte, nahm sie zur Kenntnis, dass es für die Frau eine Ausnahmesituation war, und stellte das Verfahren ein.

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