Waldschäden zu groß 

Kein Stiftswald für Münden - Rat lehnt eingebrachten Antrag ab 

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Der Stadtwald Hann. Münden: Wie hier an der Bundesstraße 496 haben viele Flächen in den vergangenen Jahren stark gelitten.

Einen Antrag, den Nießbrauch des Mündener Stadtwaldes in eine Stiftung zu überführen, lehnte der Rat jüngst ab. Der Grund: Der Wald werfe wegen der Schäden keinen Gewinn ab. 

Der von den Fraktionen der CDU und des Bürgerforums, der Gruppe die Grünen/Müna sowie Ratsherr Daniel Bratschek eingebrachte Antrag, den Nießbrauch des Mündener Stadtwaldes in eine Stiftung zu überführen (HNA berichtete), wurde am vergangenen Donnerstagabend von den Mündener Ratsmitgliedern mit 16 Nein- zu 15 Ja-Stimmen abgelehnt. 

Ratsherrin Angelika Deutsch (CDU) betonte nochmals die Wichtigkeit des Waldschutzes: „Gerade in Zeiten des Klimaschutzes bedeutet unser Wald für uns Mündener eine unglaubliche Ressource, zur Erholung, für den Naturschutz, als Kohlendioxidspeicher und nicht zuletzt als wichtigen Punkt unserer reichhaltigen Trinkwasservorkommnisse und Brunnen im Wald“.

Sturm Friederike, Trockenheit und Käfer haben zugeschlagen 

Mit dem Antrag habe der Rat nun die Möglichkeit, die Nutzung des Stadtwaldes für die Zukunft zu sichern, bevor andere politische Akteure ab 2021 Voraussetzung dafür schaffen würden, den Stadtwald nun doch zu verkaufen.

Wilfried Kraft (SPD) hielt dem Antrag entgegen, dass der Sturm Friederike, die Trockenheit und der Borkenkäfer zugeschlagen hätten und damit die Geschäftsgrundlage für die Stiftung unter den Füßen weggebrochen sei. 

„Der Stadtwald wird auf Jahre defizitär sein“, sagte Kraft. Dadurch könne es auch keine Stiftung gemäß Paragraf 80 (Entstehung einer rechtsfähigen Stiftung, Anm. d. Red.) geben. Der Stiftungszweck, Erträge für die Stadt zu erwirtschaften, könne durch den Zustand des Stadtwaldes nicht erfüllt werden. Bereits im Umweltausschuss habe Kraft erklärt, warum der Antrag von einem „absoluten Realitätsverlust“ zeuge.

Mitarbeiter kämpfen darum, den Wald zu erhalten

Bürgermeister Harald Wegener betonte, dass er nie für den Verkauf des Stadtwaldes gewesen sei. Er habe als Bürgermeister lediglich nach Interessenten gesucht, weil es durch das Haushaltssanierungskonzept sein Auftrag gewesen sei. Eine „hundertprozentige Sicherheit“, dass der Wald nicht in fremde Hände gelange, würde es nie geben.

„Sich jetzt auf den Weg zu machen für eine neue Betriebsform ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt“, sagte Wegener. Die Mitarbeiter hätten zu kämpfen, den Wald durch die entstandenen Schäden zu erhalten und keine zusätzliche Zeit für solche Aufgaben.

Ratsherr Joachim Atzert bekräftigte die Argumentation Wilfried Krafts, der Ratsherr sei zu einem Ergebnis gekommen, dass man „einfach akzeptieren“ müsse.

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