Telefon als Alternative? 

Volksbank-Filiale sorgt in Hedemünden für Gesprächsstoff

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Kein Einwurf möglich: Eine graue Platte wurde vor dem Briefkasten der Volksbank Geschäftsstelle in Hedemünden angebracht. Sie ist seit März geschlossen. 

Der Briefkasten ist zu - der Service vor Ort eingestellt

Der verschlossene Briefkasten der Volksbank sorgt zurzeit in Hedemünden für Unmut. Das teilt Ortsbürgermeister Udo Bethke mit.

„Der Kundenkontakt ist bereits im März eingestellt worden“, so Bethke. Kunden, die kein Onlinebanking nutzen, könnten darum ihre wichtigen Bankgeschäfte, insbesondere termingebundene Überweisungen, nicht mehr fristgerecht erledigen, sagt der Ortsbürgermeister. Denn der Briefkasten ist verschlossen und der Einwurf von Überweisungsträgern dadurch nicht länger möglich.

Die Geschäftsstelle habe im Zuge der Coronakrise ihren Betrieb vorübergehend einstellen müssen, erklärt Peter Mühlhaus, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Volksbank Kassel Göttingen, zu der auch die Filiale in Hedemünden gehört. „Würden wir den Briefkasten trotzdem weiter zur Verfügung stellen, wären wir dazu verpflichtet, ihn täglich zu leeren, denn die Wertstellung einer eingeworfenen Überweisung muss bereits am nächsten Werktag erfolgen“, so Mühlhaus weiter. Momentan könne man das nicht leisten, darum stünde der Briefkasten zurzeit nicht zur Verfügung. Der Aussage von Udo Bethke, Kunden hätten keine Möglichkeit ihr Bankgeschäfte abzuwickeln, widerspricht er und verweist auf die Möglichkeit des Telefonbankings, das jedem Kunden zur Verfügung stehe. „Telefonbanking ist so sicher wie ein Besuch in der Filiale“, versichert Peter Mühlhaus. Und man müsse noch nicht einmal das Haus verlassen. Gerade in der jetzigen Zeit und für ältere oder eingeschränkte Menschen, aber auch für alle anderen Kunden, sei Telefonbanking darum eine gute Alternative, betont der Kommunikationsleiter. Für Udo Bethke stellt es allerdings keine nennenswerte Alternative dar. Um Telefonbanking nutzen zu könne, ist nach Angaben der Bank erst eine Anmeldung erforderlich. Eine Woche etwa dauert der Prozess, bei dem der Kunde sich legitimieren muss, um letztendlich eine PIN zugewiesen zu bekommen, mit der er sich beim Telefonbanking anmelden kann.

Bankgeschäfte am Telefon zu kompliziert 

Für ältere Mitbürger hält Bethke sowohl den Anmeldeprozess als auch das Erledigen von Bankgeschäften am Telefon für zu kompliziert. „Das wollen die älteren Bürger in Hedemünden auch gar nicht, sie möchten einfach wie gewohnt ihren Überweisungsträger ausfüllen und einwerfen“, so der Ortsbürgermeister. Bei anderen Banken sei dies schließlich auch weiterhin möglich. Am Eingang der Geschäftsstelle in Hedemünden hängt ein Hinweis mit der Servicetelefonnummer, unter der ausgebildete Bankfachleute zu erreichen seien. „Wir würden uns wünschen, dass unsere Kunden einfach anrufen, dann können wir ihnen am Telefon alles erklären“, sagt Mühlhaus und verweist außerdem auf die Möglichkeit Überweisungsträger per Post zu verschicken.

„In Hedemünden hat man nicht die Möglichkeit, Briefmarken zu kaufen“, setzt Bethke dem entgegen, der die Situation unzumutbar findet. Und nicht nur er: Über das Bürgertelefon hätte sich bereits zahlreiche Hedemündener bei ihm beschwert.

Darüber hinaus macht in Hedemünden das Gerücht die Runde, die Geschäftsstelle würde auch nach Corona nicht wieder öffnen. Dem widerspricht Peter Mühlhaus, eine Schließung sei derzeit nicht in Planung, sagt er. 

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