Herr der Bücher 

KHM-Büchereileiter Gerhard Hichert nach 25 Jahren verabschiedet

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Prof. Dr. Volker Kliem (links) und Stefan Starke (rechts) überreichten Gerhard Hichert zum Abschied einen Präsentkorb mit vielen Leckereien. Das Bild entstand, bevor die Abstandsregel in Kraft trat. 

„Wir können einfach nur Danke sagen für die lange Zeit“. Mit diesen Worten würdigte und wertschätzte Prof. Dr. Volker Kliem, Ärztlicher Direktor im Klinikum Hann. Münden (KHM), die ehrenamtliche Arbeit von Gerhard Hichert (81).

Er hat 25 Jahre lang die Bücherei im KHM betreut und Patienten mit Lesestoff versorgt.

Doch nun möchte er diese Aufgabe in jüngere Hände legen. Einen Nachfolger gibt es zurzeit noch nicht, doch Dr. Kliem und Geschäftsführer Stefan Starke hoffen, dass jemand Interesse hat, diese Aufgabe zu übernehmen.

Einmal in der Woche, jeden Dienstagnachmittag, hat der gelernte Informatiker die Patienten aufgesucht, ihnen Bücher gebracht und die gelesenen Exemplare abgeholt. Anhand von Verzeichnissen wussten die Patienten, welche Bücher zur Verfügung stehen, 1000 Titel sind es zurzeit. „Als ich angefangen habe waren es monatlich 35 Bücher die ausgeliehen wurden.

Jetzt sind es erheblich weniger“, berichtete Hichert. „Das liegt zum einen an den elektronischen Büchern und der kürzeren Verweildauer der Patienten in der Klinik“. Während der kleinen offiziellen Abschiedsfeier kamen bei Gerhard Hichert einige Erinnerungen auf.

Angefangen hat er seine Tätigkeit in der Putzkammer. Dort standen zwei Regale mit etwa 200 Büchern. Später wechselte er in den Anbau und zu den beiden Regalen kamen ein Tisch und Stühle dazu. Anfangs waren es überwiegend Werke von Heinz G. Konsalik, die gefragt waren. Später interessierten sich die Patienten für spannende Krimis und auch nette Liebesromane. Die meisten Bücher wurden von ehemaligen Patienten und Angehörigen gespendet.

„Einem Patienten gefiel das mit der eigenen Bücherei im Haus so gut, dass er mir 300 DM gab, um davon neue Bücher zu kaufen“, schilderte Hichert. Oft hätten die Patienten auch um Buch-Empfehlungen gebeten, doch das habe er nur manchmal machen können, denn er habe die Bücher nicht alle gelesen. Neben der Buchausleihe seien mit vielen Patienten auch nette Gespräche zustande gekommen.

Eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger würde Gerhard Hichert noch einarbeiten, nur Spaß und Freude an der Sache müssten mitgebracht werden. „Leider ist das Ehrenamt eine aussterbende Spezies“, stellte Stefan Starke fest. Doch in Krankenhäusern brauche man das Ehrenamt, nicht nur für die Bücherausleihe, sondern auch für Gespräche mit, und Besuchen bei den Patienten. So könne ein Genesungsprozess positiv begleitet werden. Das seien Nischen, die Ärzte und Pflegepersonal nicht mehr leisten können.

Wer Interesse hat, die Nachfolge von Gerd Hichert anzutreten oder sich in einer anderen Form ehrenamtlich im Klinikum engagieren möchte, kann sich im Sekretariat des Geschäftsführers bei der Sekretärin Sandra Triquart melden. Telefon: 05541/996436, E-Mail: s.triquart@khmue.de.

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