78-Jähriger radelt 10.000 Kilometer im Jahr

Leitet die Radfahrgruppe beim Mündener Kneipp-Verein: Hilmar Kirschhöfer. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Hilmar Kirschhöfer fand mit 67 zu seinem Hobby und ist seitdem begeisterter Radler.

„Es ist so schön, dass man es fast nicht beschreiben kann“, meint Hilmar Kirschhöfer. Der 78-jährige Mündener spricht nicht von einer Bergtour in den Alpen oder einem Segeltörn auf der Ostsee; es sind Radtouren in der Region, die Hilmar Kirschhöfer in seinen Bann gezogen haben.

Bis 2003 betrieb der gelernte Restaurantfachmann gemeinsam mit seiner Frau Doris, ebenfalls Restaurantfachfrau, den Bürgerkeller, ein Restaurant, und später ein Souvenirlädchen. Da er gern unter Menschen ist, musste er sich erst an den Ruhestand gewöhnen. Doris Kirschhöfer erkannte das und sagte zu ihrem Mann: „Hilmar, Du musst was machen.“ Fahrradfahren, dachte er sich, das könnte er doch mal probieren.

Gesagt, getan. Hilmar Kirschhöfer kaufte sich ein preiswertes Fahrrad und machte seine erste Tour ins benachbarte Witzenhausen. „Ich war stolz, als ich in Witzenhausen angekommen war; ich habe gemerkt, wie viel Freude mir das Radfahren macht.“ Da lag es nur nahe, dass der Vorsitzende des Kneipp-Vereins, Dieter Scheibe, das Kneippverein-Mitglied fragte, ob er denn nicht Lust hätte, eine Radfahrgruppe ins Leben gerufen.

Kirschhöfer sagte zu und so trifft er sich seit elf Jahren mit Gleichgesinnten regelmäßig zu Radtouren. „Wir sind immer so sechs bis sieben Leute“, so der Leiter der Gruppe.

Angefangen hatten die radelnden Kneippianer mit kleinen Fahrten, etwa bis Oberode; jetzt geht es auch schon mal zur Blumeninsel Siebenbergen nach Kassel - das sind hin und zurück rund 66 Kilometer. Jeder, der Lust habe, sich auf dem Rad zu bewegen, sei herzlich eingeladen, sagt der drahtige Senior. Voraussetzung seien ein funktionstüchtiges Fahrrad und ein Helm. Er fahre grundsätzlich mit Helm, der Sicherheit wegen. Da er im Jahr zwischen 8500 und 10 000 Kilometer auf dem Fahrradsattel zurücklegt, hat er sich ein leistungsfähiges Rad mit einer Rohloff-Schaltung aus Fuldatal, einer 14-Gang-Nabenschaltung, zugelegt.

Hilmar Kirschhöfer fühlt sich fit, sein Arzt sei mit ihm zufrieden. Das war mal anders. Vor 13 Jahren, als er noch im Restaurant arbeitete, rauchte er. Aber mit eisernem Willen kam er von der Sucht los. An den Tag, als er die letzte Stuyvesant rauchte, erinnert er sich noch.

Genauso hat der gebürtige Kasseler noch vor Augen, als sein Herz schlapp machte und er einen Infarkt erlitt. Er erholte sich von dem gesundheitlichen Nackenschlag; seine Frau und er stellten die Ernährung um. Viel Salat und Gemüse komme bei ihnen auf dem Tisch; gesundheitsbewusste Ernährung sei die ideale Ergänzung zum Radfahren.

An den Radwegen, auf denen sie unterwegs sind, habe er nichts zu meckern; allerdings könnte der Abschnitt von Dransfeld nach Göttingen besser ausgeschildert sein. Kirschhöfer testet vorher jede Tour; damit er weiß, was ihn und seine Mitradler erwartet. Verirren könne man sich nicht, sagt er den Mitgliedern der Gruppe immer, sondern nur Neues entdecken.

Kontakt: Hilmar Kirschhöfer, Tel. 05541/1 28 58.)

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