Kinderpornographie: 46-Jähriger aus Altkreis Münden erhält Haft auf Bewährung

Hann.Münden. Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischen Videodateien auf seinem Computer und einer externen Festplatte hat das Amtsgericht Hann. Münden einen 46-jährigen Mann aus dem Altkreis Münden zu einer Haftstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Bewährungsfrist setzte Strafrichterin Dr. Christine Kunst auf drei Jahre fest. Zudem muss der Angeklagte, der bisher nicht vorbestraft war, 1800 Euro an den Verein Aktionkinderschutz in Karlsruhe in monatlichen Raten von 50 Euro zahlen.

Mit dieser Strafe ging die Richterin noch über das Strafmaß hinaus, das die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Sie hielt eine Bewährungsstrafe von drei Monaten Haft sowie eine Zahlung von 2000 Euro an eine gemeinnützige Organisation, die missbrauchten Kindern hilft, für ausreichend.

Kunst begründete das härtere Urteil damit, dass der 46-Jährige nicht nur kinderpornographische Dateien auf seinem Laptop hatte, sondern auch jugendpornographische. Deswegen sei sie über die Mindeststrafe für den Besitz kinderpornographischer Schriften hinaus gegangen. Zudem habe es sich nicht um Bilder, sondern um Videos gehandelt. „Es sind abscheuliche Dinge, die dort gezeigt werden“, so Kunst. Jedes einzelne dieser Kinder werde für die Videos missbraucht. Und von jedem, der das herunterlädt, werde dies gefördert, betonte die Richterin.

Mit Blick darauf, dass der Mann mit seiner 16-jährigen Tochter zusammenlebt, sagte sie zudem: „Denken Sie mal darüber nach, wenn es Ihre Tochter wäre, die dort gezeigt würde.“

„Es sind abscheuliche Dinge, die dort gezeigt werden.“

38 kinder- und zwölf jugendpornographische Dateien hatten Polizisten auf den Geräten des Angeklagten gefunden. Auf die Spur waren sie durch Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen gekommen. Das Landeskriminalamt hatte die Göttinger Polizisten informiert.

„Zufällig“ heruntergeladen

Der 46-Jährige hatte vor Gericht ausgesagt, dass er die Dateien bei der Suche nach anderen Filmen zufällig mit „erwischt“ habe. Er habe nicht erkennen können, worum es sich handelte.

Dieser Version schenkte die Richterin aber keinen Glauben. Auch weil er die Dateien nicht sofort gelöscht habe, sondern sie noch auf einer externen Festplatte gespeichert hatte, von der er Dateien auf seinen neuen Computer heruntergeladen hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.