Schiller-Lichtspiele bedroht

Hann. Münden: Kino vor endgültigem Aus?

Kein Programm mehr: Das Mündener Kino wirkt verwaist.
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Kein Programm mehr: Das Mündener Kino wirkt verwaist.

Der Überlebenskampf für das Kino in Hann. Münden spitzt sich zu. Eine neue Situation könnte den Weiterbetrieb erschweren. Die Stadt will sich für den Erhalt einsetzen.

Aktualisiert am 26. Januar, 14:31 Uhr:

Hann. Münden – Der bisherige Betreiber habe Insolvenz angemeldet, die Projektoren und weitere Einrichtungsgegenstände, die zum Weiterbetrieb des Kinos wichtig seien, würden vom Insolvenzverwalter des bisherigen Mieters zur Versteigerung angeboten, berichtet Andreas Kilian, Anwalt der Erbengemeinschaft Schiller.

Die Versteigerung läuft bereits am Donnerstag, 28. Januar, aus. Bislang wurden jedoch noch keine Gebote abgegeben. Entgegen anderslautender Gerüchte bedeute das zwar nicht zwangsläufig das Ende, für ein Kino ohne die nötige Technik sei es aber deutlich schwieriger, einen neuen Betreiber zu finden, so Kilian. Problematisch sei zudem, dass auch die Möglichkeit bestehe, Artikel einzeln zu ersteigern.

„Im schlimmsten Fall kauft nun jemand einen der Projektoren weg“, befürchtet Kilian. Er gebe aber trotzdem die Bemühungen nicht auf, einen Nachfolger zu finden und hoffe nun, dass sich im letzten Moment vielleicht doch ein Mäzen oder Verein bereit erkläre, das Kino weiterzubetreiben und dafür sorge, dass die Technik vor Ort bleibe. Ähnliches habe man bereits in anderen Städten in der Vergangenheit gesehen.

Tobias Vogeley, Wirtschaftsförderer der Stadt Münden, erklärte zum Thema: „Sowohl für den Bürgermeister, als auch für mich als Wirtschaftsförderer ist die Weiterführung des Kinos von hoher Relevanz. Ein Kino ist sehr wichtig für das kulturelle Angebot vor Ort. Innerhalb unseres Netzwerkes haben wir Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt, daraus resultierende und konkrete Anfragen mit der Erbengemeinschaft besprochen und letztendlich den Kontakt zum direkten Austausch vermittelnd hergestellt. Unseres Wissens gibt es mittlerweile mindestens drei konkrete Interessenten, zwei davon mit Mündener Wurzeln. Wir hoffen daher, dass die Verhandlungen zwischen Eigentümergemeinschaft und den Interessenten zu einem positiven Abschluss kommen. Sollte sich in der Folge ein neuer Pächter gefunden haben, welcher ein neues Konzept oder bauliche Veränderungen anstrebt, stehen wir seitens der Wirtschaftsförderung als auch der Bauaufsicht und Planung für Gespräche selbstverständlich beratend zur Seite.“

Der Mieter, der im Juli 2006 mit den Eigentümern der Schiller-Lichtspiele, der Erbengemeinschaft Schiller, einen Mietvertrag geschlossen und das Kino an der Langen Straße in Hann. Münden übernommen hatte, musste räumen. Im November hieß es dann, dass ein Gerichtsvollzieher die Räumung und Besitzeinweisung der Räume vorgenommen habe (wir berichteten). Seitdem ist die Zukunft des Kinos unklar.

Versteigerung im Internet

„Kinoinventar komplett angeschafft 2006-2019, 2 Projektoren, 2x Saalmöblierung, 2x 7.1 Dolby-Surround-Anlagen, etc.“ heißt es in der Beschreibung der Versteigerung der Insolvenzmasse aus dem Mündener Kino auf der Internetplattform proventura.de. Bis Dienstagmittag wurde noch kein Gebot abgegeben, als Startgebot werden 16 000 Euro netto genannt. Die Versteigerung läuft noch bis Donnerstag, 28. Januar, 9:21 Uhr. (Thomas Schlenz)

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