Kirche holt Pastoren aus Ruhestand

Hann.Münden. Die evangelisch-lutherische Landeskirche wirbt seit 2014 um pensionierte Seelsorger, die hauptamtliche Pastoren im Tagesgeschäft vertreten.

Das Motto lautet: „Gastdienste in der Landeskirche“. Bisher seien bereits mehr als 60 Gastdienste geleistet worden, heißt es aus Hannover. Tendenz steigend.

Der Kirchenkreis Münden verzeichnet seit Projektstart bislang drei Gastdienste. Der Superintendent des Kirchenkreises, Thomas Henning, zog auf Anfrage unserer Zeitung ein positives Zwischenfazit: „Ich bin sehr erleichtert, dass wir nun die Möglichkeit haben, durch das Gastdienst-Projekt unsere Kollegen vor Ort zu entlasten.“

War ein Pastor beispielsweise durch eine Kur, ein Klosteraufenthalt oder Studiensemester bislang verhindert, musste meist ein anderer Pastor aus der Nachbargemeinde einspringen. „Jetzt können wir auf einen ganzen Pool pensionierter Pastoren zurückgreifen“, sagt Henning.

Nachwuchsprobleme seien nicht der Grund für die Anwerbung, heißt es von der Landeskirche in Hannover. Vielmehr verfüge die Kirche über motivierte Ruheständler, die zumindest noch zeitweise Gottesdienste leiten möchten, teilte der Sprecher der Landeskirche, Dr. Johannes Neukirch, mit. „Zudem möchten wir vermeiden, dass der Ausfall eines Kollegen immer auf dem Rücken der anderen Pastoren im Kirchenkreis landet“.

Ein Gastdienst dauert zwischen drei Wochen und drei Monaten. Für eine Vertretung erhalten die Pastoren von der Landeskirche 150 Euro pro Woche. Ein Ende des Gastdienst-Projekts ist vorerst nicht in Sicht. „Das Projekt hat sich bewährt und soll bis auf Weiteres weiterlaufen“, teilt Neukirch mit. Auch, weil die Zahl der Ruheständler in den kommenden Jahren steigen werde.

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