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Kitas in Hann. Münden und Jühnde Teil von Modellprojekt „Inklusive Kita für Alle“.

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Von: Kira Müller

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Sprachkita, Familienzentrum und integrative Kita in einem: Die Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes.
Sprachkita, Familienzentrum und integrative Kita in einem: Die Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes. © Kira Müller

DRK-Kita in Jühnde und St. Aegidius-Kita in Hann. Münden sind bei einem Modellprojekt dabei. Es heißt „Inklusive Kita für Alle“. So soll allen Kinder eine Teilnahme gewährleistet werden.

Hann. Münden/Dransfeld – Kindertagesstätten inklusiv machen – das ist das Ziel des Modellprojekts „Inklusive Kita für Alle“.

Im Landkreis Göttingen nehmen die DRK-Kita Jühnde, der evangelisch-lutherische Kindergarten St. Aegidius in Hann. Münden und die städtische Kita Röddenberg in Osterode teil. Vier Jahre, vom 01.01.2023 bis 2026, sind für das Projekt eingeplant.

Landkreis Göttingen: Drei Kitas nehmen an „Inklusive Kita für Alle“ teil

DRK-Kita Leiterin Jennifer Hund erklärt, dass der Bedarf an Integrationsplätzen groß sei, da viele Kinder entwicklungsverzögert seien. Wenn Kinder als „am gesellschaftlichen Leben teilhabegefährdet“ eingestuft werden, dann hat dieses Anspruch auf einen Integrationsplatz.

Seit über zehn Jahren arbeitet ihre Kita in Jühnde integrativ. „Ich finde, wir sind schon sehr gut aufgestellt im Thema Inklusion“, sagt sie. „Ich denke, dass wir mit dem Projekt aber noch mehr bewirken können.“

Das Ziel: Herauszufinden, wo jede Kita steht und die Arbeit transparent nach außen zeigen. Denn Integration bedeute nicht nur das Einbeziehen von Behinderungen, sondern auch Sprache, Religion und anderen Kulturen. „Hier sind alle Kinder Kinder“, sagt Hund. „Sie sehen noch kein Defizit in einer Behinderung oder im anders sein.“

Jühnde: „Hier sind alle Kinder Kinder“

Der Schlüssel zur Integration sei aber vor allem der Rahmen, der stimmen muss. Das Betreuer-Kind-Verhältnis als auch die Haltung der Leitung und des Teams seien von Bedeutung. „Jede pädagogische Fachkraft sollte einen Selbsterfahrungskurs gemacht haben, die eigene Haltung und Vorurteile prüfen.“

Die drei Kitas, die beim Projekt im Landkreis mitmachen seien stets rege und eng im Austausch miteinander: „So haben wir die Möglichkeit voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen.“

Im Zusammenhang des Projektes habe der Landkreis zusätzliche Fachkraftstellen zur Verfügung gestellt. Mit viel Personal könne man Krankheitsfälle gut ausgleichen, erklärt Hund. „Es ist ein verantwortungsvoller Beruf. Man muss Lust haben, mit den Kindern die Welt zu entdecken. Integration und Inklusion können aber nur dann gelingen, wenn alle dazu beitragen – auch die Eltern.“

Es gehe darum, dass unterschiedliche Perspektiven wahrgenommen und Informationen der Familien für die Gestaltung einer willkommensreichen und anregenden Lernumwelt genutzt werden, heißt es im Rahmenkonzept des Projekts. „Ich bin gespannt, wie sich die Reise entwickelt“, sagt Hund.

Sie hat nach zehneinhalb Jahren zum 30.04.2023 ihre Stelle als Leiterin verlassen. Das Projekt „Inklusive Kita für Alle“ wird sie als Kitafachberaterin aber weiter begleiten.

Jühnde: Kita mit drei Gruppen

DRK-Kita Jühnde: Die dreigruppige Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes besteht aus einer Krippengruppe und zwei integrativen Gruppen (seit 2018) mit je 14 Regel- und vier Integrationsplätzen.

Insgesamt stehen den Kindern dabei 17 Erzieherinnen und ein Erzieher zur Verfügung, darunter sechs Integrationsfachkräfte. Die Kita ist außerdem Familienzentrum und Sprachkita und hat von 7 bis 16 Uhr geöffnet.

Hann. Münden: Durch Projekt wächst Hoffnung auf Unterstützung

Schon viele Jahre begleitet auch die evangelische-lutherische Kindertagesstätte Hann. Münden einige Kinder ohne Integrationsstatus mit deutlichen Einschränkungen. Im Jahr 2019 hat die Einrichtung dann, aufgrund des hohen Bedarfs an Förderung und Begleitung vieler Kinder, eine Integrationsgruppe beantragt. Das berichteten Kita-Leiterin Kathrin Berg und Inklusionsfachkraft Cordula Wolfram auf Anfrage.

„Durch das Projekt ,inklusive Kita für Alle´ erhoffen wir uns Unterstützung, die Rahmenbedingungen dahingehend zu entwickeln, dass kein Kind aufgrund von Beeinträchtigungen abgewiesen werden muss. Sprich die räumlichen Bedingungen zu optimieren, das Team zu professionalisieren, die Arbeit mit den Therapeuten erweitern und an den gestiegenen Bedarf der Kinder anzupassen und so einen Ort zu schaffen, an dem sich alle Familien willkommen fühlen“, erklärt Leiterin Kathrin Berg.

Landkreis stellt finanzielle Mittel zur Verfügung

Der Landkreis Göttingen stelle dabei finanzielle, strukturelle und personelle Mittel zur Verfügung – eine halbe Inklusionsfachkraftstelle sowie eine halbe Erzieherstelle. Im Team haben sich die Erzieher entsprechend fortgebildet. „Wir sind offen für Vielfalt, arbeiten ressourcenorientiert. Niemand wird ausgegrenzt und ein gemeinsames Aufwachsen soll wohnortnah möglich sein. Unser Ziel ist eine Teilhabe aller Kinder in der Gemeinschaft.“ Die Kinder und ihre Familien würden gleich wertgeschätzt und Unterschiede als Chance für gemeinsames Spielen und Lernen gesehen. Barrieren sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Die gesammelten Erfahrungen sollen dann als Grundlage für die inklusive Arbeit an weiteren Standorten dienen, um so ein flächendeckendes, inklusives Kita-System zu entwickeln. (Kira Müller)

Sprachkita mit 66 Kindern in Hann. Münden

Kita St. Aegidius: In der evangelischen Kita St. Aegidius werden 66 Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren in vier Gruppen betreut. Außerdem ist die Einrichtung als Sprachkita ausgezeichnet.

Die Öffnungszeiten sind von 7 bis 16.30 Uhr. Die Kita liegt in Neumünden, direkt neben der Grundschule.

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