Kleine Musiker, ganz groß

Beim Preisträgerkonzert im Hann. Mündener Welfenschloss zeigten die jungen Musiker aus der Region, womit sie ihren Erfolg bei Jugend musiziert verdient haben. Ganz hinten links Bürgermeister Harald Wegener, ganz rechts Michael Schäfer vom Regionalausschuss, der durch das Programm führte. Fotos: Eismann

Hann. Münden. Beim Preisträgerkonzert im Mündener Welfenschloss zeigten die jungen Musiker aus der Region, womit sie ihren Erfolg bei Wettbewerb Jugend musiziert verdient haben.

Es waren nur „kleine Proben ihres schon großen Könnens“, die die Preisträger des 52. Regionalwettbewerbs Jugend musiziert am Sonntag im Mündener Welfenschloss vorführten. Das hatte Bürgermeister Harald Wegener in seinem Grußwort richtig erkannt. Doch zusammen füllten sie ein zweistündiges Programm mit vielen Stücken, die sonst selten im Konzert zu hören sind.

Die Bandbreite reichte von den achtjährigen Xinlang Yan und Henri Rudolf Aehlen, deren Füße bei ihren „heiteren Skizzen“ von Hans Günther Allers kaum die Pedale des Flügels erreichten, bis zu Mozarts Konzert KV 191 auf dem Fagott von Marina Teßmer, mit 18 Jahren „die Seniorin des Wettbewerbs“. So bezeichnete sie Michael Schäfer, der für den Regionalausschuss durch das Programm führte.

Selbst geschrieben 

Nikita Bloch hatte seine „Musikstunde“ für die Blockflöte selbst geschrieben, inklusive kleiner schauspielerischer Einlagen. Zutiefst melancholisch träumte das Saxophon seines Bruders Maxim, begleitet von Noah Elias Preuße am Klavier, in den Strophen von „Those were the days“ - nur umso dynamischer mit dem Schwung des fröhlichen Refrains zu kontrastieren.

Auch Alexander Batzel und Silas Kömen verliehen mit dem Saxophon Stücken eine besonders sehnsüchtige Stimmung, die Händel und Chopin schon vor Erfindung des Instruments komponiert hatten.

Wie warm und voll Blechblasinstrumente klingen können, bewiesen die Geschwister Cecilia Azucena und Johann Diego Asmus León an Trompete und Horn, während Jonathan Hells beschwingte Fingerübungen schon in Richtung Ragtime gingen und Wilko Martens gekonnt den Kontrast zwischen dunkler Abendstimmung und blechernen Weckrufen in Josef Bönischs „Kaleidoskop“ ausreizte.

Wolf und Krake

Den Wolf hörte man schleichen und den Kraken im Wasser schweben im Klavierduett der Mündener Alexandra Walter und Nils Thuillier-Blidon, während Johanna Diener und Elisabeth Krause im Klingeln des Klaviers und den weicheren Tönen der Querflöte das Schneetreiben um eine Schneeprinzessin heraufbeschworen und mit hüpfenden hohen Tönen die Zwerge tanzen ließen.

Die bekannten Babyelefanten von Filmkomponist Henry Mancini schienen zu Jonas Weises Klarinette durch den Raum zu bummeln, aber auch die drängende Dynamik des Gegeneinanders von Daniel Streichers Cello und Kevin Hoßbach am Klavier in Hans-Peter Lindes Sonatine in C hätte man sich gut als dramatische Filmmusik vorstellen können.

Nach Lateinamerika entführte die Mündenerin Sara Gicevic das Publikum mit zwei Stücken des kubanischen Gitarrenvirtuosen Léo Brouwer; Malwine Coralie Lühders Querflöte schien von den Hängen der Provence zu locken. Und selbst das Einsteigerinstrument Blockflöte zeigte sich beeindruckend facettenreich: klang bei Danela Lehne im Zusammenspiel mit dem Klavier fast wie eine Drehorgel, erinnerte an Orgelstücke in Laura Schäfers Darbietung einer Sonate von Gottfried Finger und schien in den Händen von Clara Schäfer mit hohen schnellen Läufen den Frühling ankündigen zu wollen.

Helene Flemisch trieb es nach der Übergabe der Siegerurkunden auf die Spitze. Die 16-Jährige aus Hann. Münden entlockte ihrer Flöte mit fortgeschrittenen Spieltechniken das Trillern und Tuten verschiedenster Vogelrufe, scharfe Pfiffe, geisterhafte Hohltöne und ein Gurgeln wie von Wasser. Großen Applaus bekamen am Ende alle Teilnehmer - und nicht nur von den eigenen Angehörigen.

Weitere Infos: www.jugend-musiziert.org

Von Eva Eismann

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