Hitze drang über Stacheln in die Haut ein

Brennender Igel: Feuerwehr Hann. Münden reagiert schnell

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War in der Brandfläche unterwegs: Der Igel hatte Glück, dass die Feuerwehrleute ihn fanden und seine glimmenden Stacheln löschten. Momentan ist er zur Beobachtung in der Tierarztpraxis von Uwe Gottwald in Hann. Münden.

Hann. Münden. Bei einem Flächenbrand greifen die Flammen auch auf einen Igel über. Die Feuerwehrleute handeln gedankenschnell. Das Tier hat gute Chancen zu überleben.

Die Kernstadtwehr von Hann. Münden wurde am Mittwoch gegen 14.30 Uhr zu einem Flächenbrand am Rand des Stadtwaldes von Hann. Münden beim Vogelbrunnenweg gerufen. Laut Mitteilung der Feuerwehr brannte ein Gebüsch auf einer Fläche von etwa zehn mal fünf Metern.

Das Feuer hatten die zwölf Einsatzkräfte schon nach 15 Minuten unter Kontrolle. Tragisch allerdings: Es brannte auch ein lebender Igel, der innerhalb der Brandfläche unterwegs war. „Der Igel hat gequalmt und die Stacheln haben etwas geglimmt“, berichtet Hann. Mündens stellvertretender Ortsbrandmeister Stefan Rasche. „Wir haben ihn dann mit wenig Wasser gelöscht.“ So etwas habe er noch nicht erlebt, sagt Rasche. Die Brandursache sei dagegen nicht ungewöhnlich: „Es ist nichts Besonderes, dass frisches Grün anfängt zu brennen, wenn es länger nicht geregnet hat.“

Gute Überlebenschancen 

Tierarzt Uwe Gottwald aus Hann. Münden erklärte sich bereit, sich um das Tier zu kümmern, nachdem die Feuerwehrleute ihm den Igel vorbeibrachten. „Er ist noch in der Praxis, hat aber über Nacht gegessen und sieht gut aus“, gibt Gottwald Hoffnung auf das Überleben des kleinen Waldbewohners. „Es ist aber nicht klar, wie sehr die Hitze die Haut beeinträchtigt hat. Deswegen bleibt er auch noch ein paar Tage bei uns in der Praxis, um zu schauen, ob die Stacheln abfallen.“

Diese seien etwa einen Zentimeter lang und durch das Feuer oberflächlich um zwei bis drei Millimeter verkohlt, so der Tierarzt. „Die Stacheln haben angefangen zu glimmen und die Hitze ist über die Stacheln in die Haut eingedrungen. Deswegen müssen wir jetzt erst einmal abwarten, wie es sich entwickelt“, erklärt Gottwald. Das Tier mache aber einen munteren Eindruck und es gebe gute Chancen, dass er sein kleines Abenteuer in den Flammen überlebt.

Auch für Gottwald war der Fall eines brennenden Igels Neuland: Er habe die Tiere schon wegen vieler Erkrankungen bei sich in der Praxis gehabt. Allerdings noch nie, weil sie gebrannt haben.

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