„Schnelles, pragmatisches Handeln" gefordert

Idee: Klinik als Flüchtlingsheim - Bisher keine Verhandlungen

Zukunft noch unklar: das ehemalige Vereinskrankenhaus in Neumünden. Archivfoto:  nh

Hann. Münden. „Wir stehen vor außergewöhnlichen Herausforderungen." Das sagt Landrat Bernhard Reuter und bezieht sich auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Reuter macht deutlich, dass „schnelles, pragmatisches Handeln" gefordert ist.

Aufgrund der dramatischen Situation in der Landesaufnahmeeinrichtung Friedland habe der Landkreis dem Land leerstehende, kreiseigene Schulgebäude als Ausweichquartiere angeboten. Die Nutzungsvereinbarungen seien unterschrieben, heißt es in einer Mitteilung. Weil die Quote der zugewiesenen Flüchtlinge für den Landkreis steigen könnte, entwickelt die Kreisverwaltung Optionen für deren Unterbringung. Eine Option ist laut Kreisverwaltung, künftig auch Wohnraum in kleineren Orten zu nutzen. Eine andere Option sei die Schaffung einer zentralen Flüchtlingsunterkunft des Landkreises, die als Integrationseinrichtung geführt würde.

Der Landkreis würde Gebäude kaufen und umbauen. Denkbar sei hinsichtlich Lage und Substanz beispielsweise das frühere Vereinskrankenhaus in Hann. Münden, heißt es weiter. Das wurde als Idee mit der aktuellen Eigentümerin, der AWO GSD, und bezüglich baurechtlichen Fragen auch mit der Stadt Hann. Münden informell diskutiert, so Landrat Reuter: „Verhandlungen gibt es bislang nicht. Die kann es auch nicht geben, weil das Gebäude noch genutzt wird, der Zeitpunkt der Räumung noch nicht feststeht und es schlicht noch keinen Verhandlungspartner gibt.“

Die AWO GSD befindet sich in Insolvenz und sucht einen Käufer, der dann Ansprechpartner wäre. Für konkrete Aussagen sei es also zu früh.

Die Pressesprecherin der AWO Gesundheitsdienste, Antje Schumacher, sagt: „Durch den geplanten Zusammenschluss des Krankenhauses Hann. Münden (KHM) und des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen zum Klinikum Hann. Münden am Standort Vogelsang ist die Nachnutzung der Liegenschaft des KHM in der Burckhardtstraße 60 zu überdenken. In diesem Zusammenhang gibt es wohl seitens des Landkreises Überlegungen, die frei werdende Immobilie Krankenhaus Hann. Münden zu übernehmen und zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

Mit Erreichen der ,Krankenhaus-Einhäusigkeit‘ könnte eine andere Nutzung in Betracht kommen. Ob sich diese ,Einhäusigkeit‘ vor Ablauf des kommenden Jahres erreichen lässt, hängt vom Fortgang des Investorenprozesses in Bezug auf einen Träger- Wechsel ab. Derzeit lässt sich nicht mit der nötigen Planungssicherheit ein Datum festlegen. Bis dahin soll der Krankenhausbetrieb am jetzigen Standort fortgeführt werden.“ (awe)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.