Klinikbetreiberin beantragt Insolvenz: Neubau am NZN nichtbetroffen

Hann.Münden. Die Gesellschaft Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD), Betreiberin der beiden Mündener Krankenhäuser, hat am Montag beim Amtsgericht Hannover einen Antrag auf eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Das teilte der AWO- Bezirksverband Hannover mit, er ist Eigentümer der AWO Gesundheitsdienste.

Die AWO sah sich zu dem Schritt gezwungen, nachdem die Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium über eine Verlängerung der Kredite gescheitert sind.

Auch Nachverhandlungen der Kaufinteressenten mit wirtschaftlichen Verbesserungen für eine Teillösung seien von den Banken abgelehnt worden. Kerstin Tack, AWO-Bezirksvorsitzende, bedauert das außerordentlich: „Wir haben in den vergangenen Wochen mit voller Kraft mit den Banken um eine für alle Seiten akzeptable Lösung gerungen. Das Ergebnis ist für uns nicht nachvollziehbar, zumal das Sanierungsgutachten eine positive Prognose für das Fortbestehen der Einrichtungen abgegeben hatte.“

Bereits vorige Woche wurde der Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert aus Hannover mit der Restrukturierung der Gesellschaft beauftragt und als Bevollmächtigter für die AWO GSD eingesetzt.

Der Mündener Landtagsabgeordnete Ronald Schminke (SPD) teilte auf Nachfrage mit, seine Göttinger Landtagskollegin Dr. Gabriele Andretta und er seien in intensiven Gesprächen mit dem Vorstand der Universitätsmedizin (UMG) Göttingen. Die UMG habe ein hervorragendes Konzept entwickelt, um die medizinische Grund- und Regelversorgung in Hann. Münden zu erhalten und die Beschäftigung der rund 500 Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser weitestgehend zu sichern. Wunsch der beiden Politiker an den Insolvenzverwalter ist, den Vorstand der Uniklinik in Göttingen zeitnah ins Boot zu holen.

Schminke stellte klar, dass die Landesregierung die beschlossenen 34 Millionen Euro für den Um- und Ausbau des NZN zum Klinikum Hann. Münden bereitstellen wird.

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