Insolvenzplan soll erarbeitet werden

Klinikbetrieb in Hann. Münden geht regulär weiter

Bauarbeiten für das Klinikum Hann. Münden: Das Foto zeigt die Baustelle am Vogelsang. Dort soll ein Bettenhaus mit 266 Betten entstehen. Luftbild: Rampfel

Was bedeutet es, dass die Betreiberin der Mündener Krankenhäuser, die Gesellschaft Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD), Planinsolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat?

Zunächst ist wichtig festzuhalten, dass der Betrieb im Krankenhaus Hann. Münden und im Nephrologischen Zentrum Niedersachsen weitergeht. Ärzte überweisen weiter ihre Patienten in die Krankenhäuser, Patienten nehmen dort Behandlungstermine wahr. Ebenso wird weiter am Bau des Klinikums am Vogelsang gearbeitet, das im September 2016 eröffnet wird. Herzstück ist der Bau eines Bettenhauses mit 266 Betten.

Wie die Pressesprecherin des AWO-Bezirksverbandes Hannover, Kerstin Kromminga, erläutert, sei es das Ziel der geplanten Insolvenz in Eigenverwaltung, das zahlungsunfähige Unternehmen so zu sanieren, dass es weitergeführt werden kann und die Arbeitsplätze bestehen bleiben.

Das Amtsgericht habe am Dienstag den Insolvenzantrag genehmigt, so Kromminga. Als sogenannten Sachwalter habe das Gericht den Fachanwalt für Insolvenzrecht, Manuel Sack, bestellt. Eckert werde mit ihm gemeinsam den Insolvenzplan erarbeiten. Der Plan werde, wenn er fertig ist, den Gläubigern vorgelegt.

Anders als beim klassischen Insolvenzverfahren bleibe bei der geplanten Insolvenz in Eigenverwaltung die Geschäftsführung im Amt. Geplant sei, das Planinsolvenzverfahren in drei Monaten zu beginnen, berichtete die AWO-Sprecherin.

Betriebsversammlung

Am heutigen Mittwoch wird nach Auskunft des Mündener Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (SPD) eine Betriebsversammlung der AWO Gesundheitsdienste stattfinden. Schminke sagte, er und seine Göttinger Landtagskollegin Dr. Gabriele Andretta werden mit der Gewerkschaft Verdi und dem Generalbevollmächtigten Kontakt halten, um die Interessen der Beschäftigten zu wahren und die Arbeitsplätze zu erhalten.

Andretta betonte, Ziel sei, am Ende der Unternehmenssanierung die medizinische Grund- und Regelversorgung in Hann. Münden sicherzustellen und die Nierentransplantation zu erhalten. Ihr Kollege Schminke und sie würden ein Engagement der Universitätsmedizin (UMG) Göttingen sehr begrüßen.

Damit könnte beispielsweise die bestehende Zusammenarbeit im Bereich der Herzmedizin zwischen UMG und den beiden Mündener Krankenhäusern ausgebaut werden.Andretta: „Ronald Schminke und ich setzen auf eine regionale Lösung. Diese ist am besten für die Patienten und die Beschäftigten. Dafür werden wir auch bei der Landesregierung werben.“

Uniklinik zeigt Interesse

Dr. Sebastian Freytag

Dr. Sebastian Freytag, Vorstand der UMG für Wirtschaftsführung und Administration, sagte auf Nachfrage der HNA, wenn der Generalvollbemächtigte der AWO Gesundheitsdienste es wünsche, sei der Vorstand der UMG gern bereit, in den nächsten zwei bis drei Monaten „unsere Überlegungen für eine Zusammenarbeit mit den beiden Mündener Krankenhäusern darzulegen“. Ein erstes Gespräch mit dem Generalbevollmächtigten habe bereits stattgefunden. Die UMG sei sehr daran interessiert, dass die Mündener Krankenhäuser in gemeinnütziger und öffentlicher Trägerschaft bleiben.

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