Projekt verbindet Botanik und Glaube

Kräuter duften im Bibelgarten der Mündener St. Aegidien-Kirche

Christiane Gering zeigt das Namensschild des 120 Jahre alten Olivenbaums
+
Christiane Gering zeigt das Namensschild des 120 Jahre alten Olivenbaums. Mit dem QR-Code auf dem Schild kann sowohl botanische als auch biblische Hintergründe zu der Pflanze erfahren.

Pastor Henning Dobers und Christiane Gering vom Team der Stiftung St. Aegidien-Kirche verbinden im Bibelgarten an der Mündener Kirche Natur und christlichen Glauben. Doch nicht nur die Pflanzen sollen zum Verweilen einladen.

Hann. Münden – „Wir haben den Garten revitalisiert“, sagt Dobers. Die an die Kirche angrenzende Grünfläche haben Dobers und Gering neu bepflanzt, die Pflanzenauswahl war dabei kein Zufall. „So gut wie alle Pflanzen hier haben einen Bibelbezug“, sagt Dobers. Dazu gehören unter anderem Blumen wie die Pfingst- und Zistrosen sowie der Oliven- und der Mandelbaum.

„Der Olivenbaum im Garten ist 120 Jahre alt“, so Dobers. Dies sei nicht selbstverständlich, da der Olivenbaum sonst in wärmeren Klimazonen zu Hause sei. „Manche Pflanzen müssen wir im Winter auch wieder reinholen.“

Das Besondere in dem Garten: Viele der Pflanzen sind mit einem Namensschild versehen, auf dem ein passender Bibelvers und ein QR-Code zu finden sind. „Wenn man den Code mit seinem Handy scannt, bekommt man weitere Informationen zu der Pflanze und ihrer Rolle in der Bibel“, sagt Dobers.

So erfahre man mit wenigen Klicks beispielsweise Wissenswertes über die Verwendung des Halbstrauchs Ysop (Josefskraut) als Heilpflanze. Und auch zu dem Apfelbaum, in Anlehnung an die Paradieserzählung der Bibel, gibt es einige Hintergrundinformationen zu entdecken. „Auch wenn in der Bibel nie eindeutig von einem Apfelbaum die Rede war, gibt es jedoch Anhaltspunkte, warum es sich bei der Frucht tatsächlich um einen Apfel gehandelt haben muss“, erklärt Dobers. Mehr erfahre man über man den QR-Code. Noch seien aber nicht alle Einträge vollständig.

Kräuter aus der Heimat Jesus: Schwarze Minze und der weiß-violet blühende Thymian füllen die Beete neben den biblischen Blumen und Bäumen.

Neben den für den christlichen Glauben bedeutungsvollen Pflanzen gedeihen auch mediterrane Kräuter in den Beeten, darunter Schwarze Minze, Thymian und Salbei. „Der Garten soll ein Ort sein, an dem man sich gerne aufhält“, sagt Christiane Gering. „Auch für vorbeikommende Radfahrer ist das ein schöner Platz, um Pause zu machen.“

Es gehe nicht darum, bei einem Besuch gleich alle Pflanzen kennenzulernen, sondern sich auch mal nur für ein oder zwei Pflanzen Zeit zu nehmen.

Doch nicht nur der Duft der Kräuter und Blumen soll in Zukunft den Bibelgarten erfüllen. Das Café in der St.- Aegidien-Kirche soll, sofern es die Corona-Pandemie erlaubt, die verweilenden Gäste in dem Garten auch mit Kaffee und Kuchen versorgen. „Wir brauchen beides: Gott und Kaffee“, sagt Dobers.

Der Bibelgarten der St. Aegidien-Kirche ist frei zugänglich. (William Abu El-Qumssan)

Weitere Infos unter: cafedrale.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.