Weihnachtsmarkt

Kritik am Weihnachtsmarkt: Grüne befürchten Schaden für Wallanlagen in Hann. Münden

Ein Pferd als Lichtskulptur. Dieses ist teil einer Lichtkunstausstellung in Hann. Münden
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Die Grünen kritisieren, dass der Hann. Mündener Weihnachtsmarkt in den Wallanlagen stattfinden soll. Beim Lichterzauber im vergangenen Jahr hätten Besucher bereits Wege und Grünflächen zertreten.

Der Hann. Mündener Weihnachtsmarkt soll in den Wallanlagen stattfinden, anstatt auf dem Kirchplatz. Das kritisieren die Mündener Grünen aus Sorge um eine Schädigung der Anlagen.

Hann. Münden – Die Grünen werfen den Organisatoren vor, den Rat der Stadt nicht frühzeitig in die Planung eingebunden zu haben. Die Pläne für den diesjährigen Weihnachtsmarkt sind am 4. Oktober beim Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. „Der bisherige Weihnachtsmarkt war klein, nett und gemütlich und somit perfekt an die Bedürfnisse der Mündener Bürger angepasst“, sagt Matthias Biroth von der zuständigen Hann. Münden Marketing GmbH.

Um im Winter mehr Menschen in die Innenstadt zu locken, solle der Weihnachtsmarkt nun vergrößert werden. Aus demselben Grund sei der Lichterzauber ins Leben gerufen worden.

Weihnachtsmarkt in den Wallanlagen: Die Grünen fürchten, dass der Boden verdichtet werden könnte

Die Wahl der Wallanlagen für den größeren Weihnachtsmarkt kritisieren nun die Grünen. Sie sorgen sich um eine Verdichtung des Bodens und weisen darauf hin, dass Wege und Grünflächen beim Lichterzauber durch die Besucher zertreten wurden. Sie schlagen vor, den Markt an den Schlossplatz, Dielengraben, oder die Wanfrieder Schlagd zu verlegen.

Diese Orte, wie auch Tanz- und Doktorwerder, eignen sich laut Biroth jedoch nicht für einen Weihnachtsmarkt. Zum einen entfielen dadurch Parkplätze. Zum anderen herrsche an den Flüssen im Winter Hochwassergefahr. Aus Brandschutzgründen könne der Weihnachtsmarkt nicht auf dem Kirchplatz vergrößert werden. Der Marktplatz müsse dem Wochenmarkt bleiben.

Der Wall sei aufgrund des Ambientes und der umliegenden Parkflächen geeignet. Die Sorge der Grünen um eine Versiegelung des Bodens durch die vorgeschlagene Eisfläche und Eisenbahn für Kinder sei unbegründet, da hierfür das gepflasterte Rondell und der Fußballplatz genutzt werden könnten. Durch das Aufstellen der Buden am Wegesrand soll das Betreten der Grünflächen möglichst verhindert werden. Toilettenwagen und Mülleimer sollen den Wall sauber halten.

Anziehungspunkt für Touristen

Ein Weihnachtsmarkt in den Wallanlagen soll laut Hann. Münden Marketing GmbH mehr Touristen in die Stadt ziehen. Begleitend sollen Wochenendprogramme angeboten werden. Von dem Angebot würden auch Gastronomen, Händler und Gastgeber profitieren. Wenn mehr Platz für eine größere Zahl an Standbetreibern benötigt wird, könne auf andere Plätze in der Stadt ausgewichen werden. Welche Coronaregeln für den Markt gelten, ist noch nicht bekannt. (kim)

Grüne kritisieren Vorbereitung für Lichterzauber: Bäume durch Bauarbeiten beschädigt?

Unter dem Titel „Weihnachtsmarkt am Wall – eine gute Idee?“ kritisiert die Partei Die Grünen die Planung des diesjährigen Hann. Mündener Weihnachtsmarktes in den städtischen Wallanlagen. Neben der generellen Standortwahl haben sie auch Sorge um die Natur.

„Unsere Wallanlagen sind gerade in Hitzesommern wertvolle Temperatur-Senker, sie müssen unbedingt geschützt werden. Der Lichterzauber wäre in den Wallanlagen vielleicht noch vertretbar, aber für den Weihnachtsmarkt muss ein anderer Standort gefunden werden“, ist der Stellungnahme zu entnehmen.

Die Wallanlagen in der Mündener Innenstadt sollen diesen Winter den Weihnachtsmarkt beherbergen. Das Foto zeigt den Eingang an der Bahnhofsstraße.

„Ich stimme den Herren Teichmann und Dreyer deutlich zu, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine hohe Bedeutung haben. Aus diesem Grund achten wir bei Beschaffungen auf genau diese Themen“, antwortert darauf Matthias Biroth von der Hann. Münden Marketing GmbH. So werde beim Weihnachtsmarkt mit LED-Licht und Ökostrom gearbeitet. Auch auf Einwegplastik werde verzichtet. Zudem sollten Geräuschemissionen möglichst reduziert werden und die Organisatoren strebten an, den Markt klimaneutral zu gestalten.

Baumwurzeln seien bei der Verlegung von Stromkabeln für Lichterzauber beschädigt worden

Konkret kritisieren die Grünen die Beschädigung von Bäumen am Wall bei den Vorbereitungen für den Lichterzauber, der zeitgleich zum Weihnachtsmarkt stattfinden soll. So seien bei der Verlegung unterirdischer Stromkabel durch die Versorgungsbetriebe (VHM) und Kommunalen Dienste Baumwurzeln nachhaltig beschädigt worden. „Hier scheint das Marketing ein Eigenleben zu entwickeln, bei dem willkürlich über das grüne Erbe Mündens entschieden wird. Der Rat muss nicht nur rechtzeitig informiert, sondern in die Entscheidungsfindung einbezogen werden, wenn derart massive Eingriffe im öffentlichen Raum angedacht sind“ , sagt dazu Dr. Hermann Dreyer. Die Arbeiten hatten vor dem Stadtentwicklungsausschuss stattgefunden.

Beim ersten Lichterzauber waren die Kabel noch oberirdisch verlaufen, das hätten sich die Grünen auch jetzt gewünscht. Die Verlegung habe jedoch einen enormen Material- und Zeitaufwand in Anspruch genommen, sagt Jens Steinhoff, VHM-Geschäftsführer. Die feste Installation sei nicht nur praktischer sondern auch sicherer.

Ob Wurzeln beschädigt wurden, wisse er nicht. „Ich gehe davon aus, dass der Eingriff minimalinvasiv war und nichts zu Schaden gekommen ist“, sagt Steinhoff. Die Verlegung der Kabel unterstehe strengen Vorschriften zum Schutz von Bäumen und habe in Absprache mit den Kommunalen Diensten stattgefunden.

Die Stadt Hann. Münden teilt zur Kritik der Grünen mit: „Die Verwaltung wird den Prozess begleiten und die unterschiedlichen Sichtweisen werden voraussichtlich politisch weiter diskutiert werden.“

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