Infos über Presse statt auf offiziellem Weg

Landkreis Göttingen: Kritik an Impfkommunikation bei Kreuzimpfungen

Künftig soll in Impfzentren in Niedersachsen auch unter 60-Jährigen das Astrazeneca-Vakzin verabreicht werden.
+
Einmal mit Astrazeneca Geimpfte sollen einen mRNA Impfstoff erhalten. Das führt zu Problemen. (Symbolbild)

Die Empfehlung Menschen, die einmal mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurden, bei der Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff zu impfen stellt den Landkreis vor Probleme.

Landkreis Göttingen – Die Planungsgrundlagen seien ohne Vorbereitungszeit massiv geändert worden, kritisiert der Landkreis. „Das kennen wir und wir können und müssen flexibel damit umgehen wieder einmal. Aber es trifft ja auch die Menschen, die sich neu orientieren müssen“, so Kreissprecher Ulrich Lottmann. Bei den Menschen würden durch die Kommunikation von Bund und Land Erwartungen geweckt, die wenig Raum ließen für Hinweise auf praktische oder logistische Probleme.

„Damit sind wir in den Impfzentren seit vergangenem Samstag konfrontiert – das ist unbefriedigend für alle Seiten, zumal auch wir Informationen oftmals eher durch die Presse als auf offiziellem Weg erhalten“, kritisiert Lottmann. In dieser Woche hätten noch 350 Menschen auf der Warteliste für einen Impftermin in den Impfzentren des Kreises gestanden. Diesen seien bereits Impfangebote gemacht worden. „Sie können oder wollen jedoch aufgrund persönlicher Umstände jetzt noch nicht geimpft werden, beispielsweise weil noch keine sechs Monate seit einer Covid-19-Erkrankung vergangen sind“, erklärt Lottmann.

Es wäre wünschenswert, wenn nach einer Impfung weitere Anmeldungen oder Terminbuchungen abgesagt würden. „Nur dann stehen diese andere Impfwilligen zur Verfügung.“ Warum Menschen nicht zum Impftermin erschienen sei nicht klar: „Ob es sich im Einzelfall immer um „Schwänzer“ handelt oder aber Personen, die aus anderen Gründen nicht erschienen sind, können wir nicht sagen“, so Lottmann.

Ein Überangebot an Impfstoff bei zu wenigen Impfwilligen könne der Landkreis für die Zukunft nicht ausschließen. Bereits jetzt nutze der Landkreis seine Möglichkeiten, einzelne Personengruppen gezielt anzusprechen.

„Es war zu erwarten, dass ab einem gewissen Grad der Durchimpfung die Bewerbung des Impfangebotes nochmals verstärkt werden muss. Unser Ziel ist es, jeden freien Termin mit einer impfwilligen Person zu belegen“, sagt Kreissprecher Ulrich Lottmann. (Thomas Schlenz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.