Betrieb Stadtwald prüft Bedarf und Standorte

Künftig Bestattungen im Mündener Wald

Den Bestattungswald im Blick: Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald, unterwegs mit Forstwirtschaftsstudent Steffen Lahrsen, der ein Konzept für eine Begräbnisstätte im Stadtwald erarbeitet. Unser Bild zeigt sie in einem Forst an der Weserliedanlage oberhalb von Hann. Münden. Dort stehen über 100 Jahre alte Buchen und Eichen. Foto: Maaß

Hann. Münden. Auch in Hann. Münden könnte es künftig möglich sein, sich in einem Waldstück unter alten Bäumen bestatten zu lassen.

Der Betrieb Stadtwald unter Leitung von Försterin Susanne Gohde prüft gerade den Bedarf sowie mögliche Standorte und ist dabei, ein Konzept für einen Bestattungswald in Stadtnähe zu erarbeiten.

Möglich wäre dort wie bei ähnlichen Anlagen in der Region aber nur eine Urnenbestattung.

Konzept und Bedarfsanalyse liegen in den Händen von Steffen Lahrsen (25), der an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Forstwirtschaft an der Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen studiert. Das Projekt ist Thema seiner Bachelorarbeit bei Prof. Dr. Volker Dubbel aus Hann. Münden. In einer Vorauswahl haben sich drei Standorte herauskristallisiert, die in Frage kommen. Alle drei, so Steffen Lahrsen, haben einen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung, sind stadtnah, verfügen über Zufahrtswege, und es gibt Ausflugsziele in der Nähe. Dabei handelt es sich um Waldstücke am Rinderstall, am Römerlager in Hedemünden und an der Weserliedanlage oberhalb von Hann. Münden.

Dass es grundsätzlich Bedarf an Waldbestattung bei Hann. Münden gibt, zeigt das Zwischenergebnis der laufenden Bürgerbefragung. Von 239 befragten Personen haben 178 gesagt, dass sie generelles Interesse hätten. Bei den Standorten erhielt der Forst an der Weserliedanlage mit 68 Stimmen die meisten Stimmen, vor dem Gelände am Rinderstall (66).

Auch beim Betrieb Stadtwald wird der Standort an der Weserliedanlage favorisiert, sollte sich der Rat der Stadt dazu entschließen, einen Bestattungswald einzurichten. Der Ort hat die kürzeste Entfernung zur Stadt, ist bereits jetzt gut mit dem Auto zu erreichen, und einen Fußweg von der Stadt dorthin gibt es auch.

Die vorgesehene Fläche sei etwa sechs Hektar groß, erläutert Susanne Gohde. Dort stehen vor allem Eichen und Buchen, zum Teil über 100 Jahre alt. Einige der Eichen haben sogar ein Alter von 170 bis 180 Jahren. Betreiben würde die Anlage der Betrieb Stadtwald selbst, so Gohde. Dafür würde die Bewirtschaftung für die 99 Jahre eingestellt. Sie geht für die Fläche an der Weserliedanlage davon aus, dass dort durch einen Bestattungswald höhere Einnahmen als durch Holzeinschlag erwirtschaftet werden könnten.

Wer sich an der laufenden Bürgerbefragung beteiligen möchte, findet das Formular dazu auf Startseite der Hompage der Stadt Hann. Münden unter: „Der Betrieb Stadtwald bittet um Unterstützung bei Befragung zum Thema Bestattungswald“. Die Teilnahme ist noch bis Ende Februar möglich.

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