Kürbisse aus Lippoldshausen

Kürbiszeit im Herbst: Orange Giganten in Hann. Münden

Freuen sich über den Riesenkürbis: Marieke (4, von links), Frieda (6) und Ellen Katharina Mühlhausen.
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Freuen sich über den Riesenkürbis: Marieke (4, von links), Frieda (6) und Ellen Katharina Mühlhausen.

Orangefarbene Giganten aus Lippoldshausen (Hann. Münden). Familie Mühlhausen pflanzt 20 Sorten dieser Gewächse an. Halloween macht die Pflanze in Deutschland beliebt.

Lippoldshausen – „Wer global denkt, kauft lokal ein“. Diesen Slogan gebrauchen Ellen Katharina (37) und Christian Mühlhausen (44) aus Lippoldshausen gerne für ihre landwirtschaftlichen Produkte. Zurzeit ist es der Kürbisanbau, den Ellen Mühlhausen mit Begeisterung betreibt.

Kürbisse aus Hann. Münden: In lippoldshausen werden sie angepflanz

Ursprünglich aus Amerika in unsere Regionen eingeführt, erfreuen sich Kürbisse wachsender Beliebtheit. Das dürfte auch am Halloween-Trend liegen, der vor einigen Jahren aus den USA zu uns herübergeschwappt ist.

„Kürbisanbau gibt es hier in der Region eher selten“, berichtet Ellen Mühlhausen. Die Idee des Anbaus kam im vergangenen Jahr, als sie mit ihren Kindern Halloween-Kürbisse schnitzen wollte und sie keine wirklich geeigneten Kürbisse fand. Mit dem Gedanken, hinter dem Wohnhaus auf dem eigenen Ackerland ein direkt zu vermarktendes Produkt anzubauen, freundete sie sich immer mehr an.

Beerenfrüchte mit Wärmebedürfnis

Der Kürbis stammt aus den USA und Lateinamerika. Bereits 8000 vor Christus wurde der Kürbis erstmals gezüchtet, das heißt, ihn gibt es schon seit 10 000 Jahren. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde er in Europa kultiviert. Der aktuelle Weltrekordkürbis liegt bei 1190 Kilogramm. China ist mit über acht Millionen Tonnen (36 Prozent der Weltproduktion) weltweit größter Kürbisproduzent. Botanisch gesehen sind Kürbisse kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte, die ein ausgeprägtes Wasser- und Wärmebedürfnis haben. Es gibt fünf Arten, Garten-, Riesen-, Moschus-, Feigenblatt- und Agyrosperma-Kürbis sowie etliche Unterarten und über 800 Sorten Kürbis. Zierkürbisse dürfen nicht verzehrt werden, da sie giftig sind. Sie schmecken bitter und enthalten Cucurbitacine. 

Ihre landwirtschaftliche Ausbildung und langjährige Erfahrung durch Anbau im Garten kamen ihr dabei zu Gute. So wurde in diesem Jahr die Kürbisscheune Lippoldshausen geboren.

Über 20 verschiedene Sorten wachsen auf dem Feld in gelb, grün, weiß, orange, groß, klein, rund oder flach, skurril geformt, mit Warzen wie der Gruselhalloween oder der Bischofsmützenkürbis, der so aussieht, als hätte jemand zwei absolut unpassende Hälften miteinander verklebt. Überwiegend sind es Hokkaido, aber auch Muskat, Butternut, Halloween, Patisson, Spaghetti, Gelbe Zentner und Zierkürbisse, die inzwischen in einer offenen Scheune gelagert und zum Abholen bereit sind. Die Vermarktung ab Hof hat den Vorteil, dass die Produkte frisch sind.

Begehrt sind die Kürbisse der Mühlhausens bei Gastonomen der Innenstadt und der Ortsteile

Der Kürbisanbau ist auch mit viel Arbeit verbunden. Angefangen vom Aussähen über das Verpflanzen, Unkraut jäten, gießen und natürlich das Ernten. „Aber der Spaß, die Kürbisse wachsen zu sehen, überwiegt“, macht Ellen Mühlhausen deutlich. „Den dadurch entstehenden Kontakt zu Kunden, Gespräche über Landwirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit schätze ich sehr“. Ab Ende August wurde geerntet, je nach Sorte noch bis Ende Oktober. „Unsere Kürbisse sind ohne Fungizide und Herbizide angebaut worden, betont die Landwirtin. „Obwohl der Mai in diesem Jahr zu kalt war, haben wir eine gute Ernte“.

Ein ganz besonderes Exemplar ist der über 60 Kilogramm schwere Atlantic Gigant. „Insgesamt sind es sechs ganz große Kürbisse“. Einen davon haben sich die Mädchen und Jungen des Kindergartens im Ort schon für ihr Kürbisfest ausgesucht. Die Kürbisse und auch Kartoffeln können jederzeit per Selbstbedienung und Vertrauenskasse in der Kürbisscheune (Kleine Lieth 19, Lippoldshausen) geholt werden. Mehr auf Facebook. (Petra Siebert)

Ideen mit Kürbissen

Kürbisse lassen sich vielseitig verwerten, so beispielsweise für Kürbissuppe. Gerne wird dazu der Hokkaido genutzt, weil er mit Schale verarbeitet werden kann. Auch gebacken, gebraten, gegrillt und als Ganzes im Backofen gegart sind Kürbisse (Mikrowellenkürbis, Spaghettikürbis) äußerst schmackhaft. Für Kuchen, Kompott (süßsauer eingelegt), Marmelade, Süßspeisen und Salate lassen sich Kürbisse gut verwenden und geben einen besonderen Geschmack.

Auch Öl aus Steierischem Ölkürbis erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Und nicht zuletzt die Kürbis-Halloween-Laterne.

Außerdem sind die Früchte reich an Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin C sowie Zink und Kieselsäure (gut für Bindegewebe, Haut, Nägel), und 100 Gramm Fruchtfleisch haben nur 25 Kalorien. Kürbisse lassen sich auch einfrieren.

Ein reifer Kürbis klingt leicht hohl beim Klopfen und er hat einen verholzten Stiel. Möglichst dunkel und bei sieben bis zehn Grad sowie 90 Prozent Luftfeuchte sind ideale Lagerungsbedingungen.

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