Lucy van Kuhl

Kulturring Hann. Münden: Erstes Konzert nach Corona-Pause

Über 50 Gäste besuchten das Konzert des Mündener Kulturrings im Rittersaal des Welfenschlosses.
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Über 50 Gäste besuchten das Konzert des Mündener Kulturrings im Rittersaal des Welfenschlosses.

Im Rittersaal des Welfenschlosses in Hann. Münden fand nach einer langen Corona-Pause wieder ein Konzert statt. Lucy van Kuhl spielte auf Einladung des Mündener Kulturrings.

Hann. Münden – Schwer zu sagen, wer sich am Samstagabend (19.06.2021) im Rittersaal des Welfenschlosses in Hann. Münden mehr freute.

Die über 50 Gäste, die trotz der Hitze und des parallel laufenden Fußballspiels der Europameisterschaft zur ersten Veranstaltung des Mündener Kulturrings in diesem Jahr gekommen waren. Oder Lucy van Kuhl, die endlich wieder live mit ihrem Programm „Fliegen mit Dir“ vor Publikum auftreten konnte, dessen Gesichter nicht mehr hinter Masken versteckt waren. Lucy van Kuhl, die aktuell zu den gefragtesten Künstlerinnen ihres Genres zählt und bereits etliche Preise bekommen hat, unter anderem den „Scharfrichterpreis von Passau“, den sie nicht nur von der Jury, sondern auch vom Publikum verliehen bekam.

Hann. Münden: Konzert des Kulturrings

An diesem Abend spielte und moderierte sie ihren Auftritt mit einer spürbaren und überspringenden Freude. Im Repertoire hatte sie eine wunderbare Mischung aus ruhigen Chansons, aber auch frech-witzigen Liedern, die die 60 Minuten zu einer Achterbahnfahrt der Stimmungssynapsen zwischen leise-nachdenklich und leicht böse-frech werden ließ.

Sie begann ihren Live-Abend mit dem Lied „Abstand“, dem Thema, das uns seit nun über einem Jahr ungewollt begleitet: „Am anderen Ende der Tanzfläche steht er im Schummerlicht, ein Bild von einem Mann, wow. Ich tänzle auf ihn zu, auf einmal sind wir uns ganz nah, ich sehe ihn ganz deutlich und denke, na ja! Abstand hat auch was Gutes ein Hoch auf die Distanz.“

Mit einem Augenzwinkern zeigte sie Situationen auf, in denen Abstand durchaus positiv sein kann, wie das „Klo“ im ICE, Nachbars Hund, der Griff in den Elektrozaun oder die Fernbeziehung („Ist Stephan weg, dann treff ich Knut“).

„Dafür hab ich auch bezahlt“

„Auch Koffer haben Gefühle“, wurde das gleichnamige Lied angekündigt, in dem der Koffer „Samson“ auf Partnersuche geht, aber an Hartschalen oder eingebildeten farbigen Koffern scheitert, es letztendlich ein Happy End mit einer Samson-Night gibt.

Als Gertrud im Lied „Dafür hab ich auch bezahlt“ im Discounter eine gemeinsame Kreuzfahrt mit ihrem knickrigen Mann Willi bucht, der, gehässig überzeugt, alles nutzt, was geht, selbst den Sonnenbrand am Pool in Kauf nimmt, weil er schließlich dafür bezahlt hat. Ein jähes Ende naht dem Willi, als seine Frau ein Foto machen möchte, Willi fällt vom Schiff ins Meer, Gertrud schaut nach unten: „Jetzt hast Du dafür bezahlt.“ Ohne eine Zugabe ließ das begeisterte Publikum diese sympathische Künstlerin an diesem Abend nicht von der Bühne. Es war so schön, endlich nach langer Zeit wieder dieses rhythmische Klatschen einer Menschengruppe zu hören, die sich gemeinsam über einen wunderbaren Abend freute und um Zugabe bat. (Margitta Hild)

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