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DKKD-Festival in Hann. Münden: Ungewisse Zukunft für Kunstfest in der Altstadt

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Von: Jens Döll

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Lichtspektakel zur Eröffnung: Das Welfenschloss wurde nach der Eröffnungsgala am 30. September illuminiert
Lichtspektakel zur Eröffnung: Das Welfenschloss wurde nach der Eröffnungsgala am 30. September illuminiert. archi © Thomas Schlenz

Das DKKD-Festival in Hann. Münden ist dieses Jahr rum. Nun beginnen die Nacharbeiten des Trägervereins. Die Zukunft ist aber Ungewiss. Im januar soll es dazu ein Treffen geben.

Hann. Münden – Das DenkmalKunst-KunstDenkmal-Festival (DKKD) in Hann. Münden wurde in diesem Jahr von 7000 Menschen besucht. Das teilt der Trägerverein DenkmalKunst nach einer ersten Auswertung der Festivalwoche mit. Dabei sei aber zu beachten, dass in dieser Zahl auch Mehrfachbesuche durch Dauerkarten-Inhaber abgebildet werden. „Etwa 1600 Gäste haben sich gezielt für die Ausstellungen der Bildenden Kunst in den Denkmälern interessiert, haben dazu reine Kunsttickets erworben, die für die Abendveranstaltungen keine Gültigkeit besaßen“, heißt es von Hermann Staub, Vorsitzender des Trägervereins.

Hann. Münden: 7000 Besucher bei Festival in Hann. Münden

Anhand von inzwischen ausgewerteten Fragebögen seien auch konkretere Aussagen zu den Festivalbesuchern möglich. Unter den 555 Rückmeldungen seien rund 180 Personen, die DKKD erstmals besucht hätten. 83 davon aus dem Umland im Umkreis von 50 Kilometern, weitere 81 hatten längere Anfahrten, kamen zum Beispiel aus Darmstadt, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg.

„Die schriftlichen Rückmeldungen waren zu einem überwältigenden Anteil positiv und vielfach begeistert“, so der Verein. Bis auf zwölf Personen würden alle Befragten das Festival weiterempfehlen und auch selbst künftig wieder besuchen. Viele der rund 180 lokalen ehrenamtlichen Helfer hätten bereits wieder Unterstützung für ein künftiges Festival zugesagt.

180 Helfer waren beim DKKD-Festival beteiligt

Auch finanziell zeichne sich ein gutes Ergebnis ab. Zwar seien die Abrechnungsprozesse noch nicht abgeschlossen, doch das vorliegende Bild sei positiv. Rund 60 000 Euro kamen durch Spenden und Sponsoring zusammen, etwa 79 000 Euro durch Verkauf von Karten, Programmheften und kleineren Artikeln. „Die Spendenakquise war schwieriger als in den DenkmalKunst-Jahren vor Corona“, sagt Staub. Umso mehr danken die Ausrichter allen privaten Spendern und Unternehmern, die das Festival unterstützt hatten. „Und auch unser Premiumpartner, die VR-Bank in Südniedersachsen, sowie öffentliche Förderstellen standen uns so verlässlich wie ermutigend zur Seite.“

Hann. Münden: DKKD-Treffen für Januar 2023 geplant

Nach dem DenkmalKunst-KunstDenkmal-Festival (DKKD) ist vor dem DKKD. In regelmäßigen Abständen findet das Kunst- und Kulturfest in der Dreiflüssestadt statt. Doch wie es mit dem DKKD-Festival weiter geht, so heißt es vom Trägerverein DenkmalKunst, sei aktuell noch unklar. Die Organisation dieses Großereignisses in Hann. Münden sei jedes Mal wieder eine „Herkulesaufgabe“, heißt es in einer Mitteilung des Trägervereins.

Begeistert über den Beginn: Das Organisationsteam mit Ehrengästen zur Eröffnung des siebten DKKD-Festivals 2022 im Rittersaal des Welfenschlosses.
Begeistert über den Beginn: Das Organisationsteam mit Ehrengästen zur Eröffnung des siebten DKKD-Festivals 2022 im Rittersaal des Welfenschlosses. (Archiv) © Thomas Schlenz

Im Augenblick müssen noch Nacharbeiten für das Festival 2022 erledigt werden: Etliche Rechnungen stehen noch aus, Aufbauhonorare, Fahrtkosten und Gema-Gebühren sind zu begleichen. Zudem müssen Nachweise zusammengestellt werden, um öffentliche Fördergelder abrufen zu können, wiederverwertbare Materialien müssen in zentralen und geeigneten Lagerräumen verwahrt und ein letztes DKKD-Sch(l)aufenster aufgelöst werden. Bei den Fenstern handelt es sich um Werbe-Schaufenster für das Festival in der Mündener Altstadt.

Arbeiten in Hann. Münden müssen nahtlos weitergehen

„Schließlich müssen Abläufe, Eindrücke und Erlebnisse sortiert und evaluiert werden“, berichtet der erste Vorsitzende von DenkmalKunst, Hermann Staub. „Denn natürlich sind auch Fehler gemacht worden. Diese gilt es jetzt zu analysieren und zu besprechen“, gibt er zu. Um das zu besprechen, wird es im Januar 2023 eine Tagung des DKKD-Strategieausschusses geben. Dieser soll entscheiden, wohin die Reise für die DenkmalKunst geht, so Staub.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth besuchte das Festival. Sie schaute sich unter anderem die Installation „Before I Die“ an.
Kulturstaatsministerin Claudia Roth besuchte das Festival. Sie schaute sich unter anderem die Installation „Before I Die“ an. © Jens Döll

Denn eins stehe fest: „Wenn das Festival weiterleben soll, eventuell sogar im gewohnten Rhythmus von zwei Jahren, dann müssen die Arbeiten fast nahtlos weitergehen“, schreibt der Vorsitzende. Und es brauche wieder Menschen, die voller Leidenschaft und Tatkraft vorangehen.

Trotz all der Unwägbarkeiten sei man mit dem Festival im Oktober 2022 zufrieden. „Gerade in den letzten Wochen vor dem Festival kamen neben hektischer Betriebsamkeit auch Unruhe und Unsicherheit auf“, so Hermann Staub.

Das Fazit der Veranstalter ist: Das Festival war sowohl inhaltlich als auch organisatorisch ein Erfolg. „Auch wenn es zwischendurch turbulent zuging und auch einige kurzfristige Corona-Ausfälle unter den Kunstschaffenden und im Organisationsteam zu managen waren, ist die Gesamtbilanz positiv“, heißt es.

130 Künstler stellten in Hann. Münden aus

Das Alte Pfarrhaus ist mittig im Bild, erkennbar an der Ukraine-Flagge. Rechts im Bild ist der Infopoint des DKKD-Festivals.
Altes Pfarrhaus in Hann. Münden, direkt gegenüber der St. Blasius-Kirche. Die Ukrainer-Flagge haben die Besitzer als Zeichen der Solidarität angebracht. Die Ausstellung Frauenzimmer befindet sich im Erdgeschoss. (Archiv) © Jens Döll

Das Kunstfest fand vom 1. bis 9. Oktober in der Altstadt statt. Es stellten etwa 130 Künstler in verschiedenen Fachwerkgebäuden aus, es gab ein Begleitprogramm von 160 Veranstaltungen, wie Konzerte, Workshops und Vorträge. Ausgestellt wurde in diesem Jahr zum ersten Mal etwa im Alten Pfarrhaus gegenüber der St. Blasiuskirche, dem Sonnenuhr Haus an der Langen Straße und alten Gummifabrik an der Lohstraße. In den Häusern stellten jeweils ein, oder mehre Künstler aus. Gestartet wurde das Festival mit einer Gala im Welfenschloss am 30. September. Anschließend wurde das Schloss als Kunstaktion angestrahlt. Ein Höhepunkt, so die Veranstalter, sei der Besuch von Kulturstaatsministerin Claudia Roth am Tag der Deutschen Einheit auf dem DKKD-Festival gewesen. (Jens Döll)

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