Arbeitsmarkt im Juni

Landkreis Göttingen: Fachkräfte sind gefragt - Agentur für Arbeit stellt Zahlen für Juni vor 

Ein Mann läuft vor der Agentur für Arbeit lang.
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Im Landkreis Göttingen sind weniger Menschen ohne Arbeit.

Die Agentur für Arbeit spürt eine bessere Stimmung. Die Nachfrage nach Arbeitskräften, besonders Fachkräften, nimmt in Südniedersachsen zu.

Landkreis Göttingen – Die Agentur für Arbeit spürt eine bessere Stimmung. Die Nachfrage nach Arbeitskräften, besonders Fachkräften, nimmt in Südniedersachsen zu. Die Arbeitslosenquote liegt im Vergleich zum Mai unverändert bei 5,7 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 6,4 Prozent.

Landkreis Göttingen und Northeim: Arbeistmarkt bessert sich

13 655 Menschen, das sind 218 weniger als im Vormonat, sind arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr gab es in den Landkreisen Göttingen und Northeim noch 15 590 Arbeitslose. „Wenn uns die Pandemie nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht, könnte sich in den nächsten Monaten auf dem Arbeitsmarkt richtig was bewegen“, sagt Klaudia Silbermann, seit Juni Chefin der Agentur für Arbeit Göttingen. Sie sieht viele positive Anzeichen für eine Belebung. Dazu gehört insbesondere die momentane Entwicklung auf der Nachfrageseite. Im Juni meldeten Wirtschaft und Verwaltung 1381 neue Stellenangebote bei der Arbeitsagentur, 150 mehr als im Mai und 377 mehr als im Juni 2020.

Arbeitsmarkt in Zahlen

Die Arbeitslosenzahlen für Deutschland und Niedersachsen aus dem vergangenen Monat:

Deutschland: Juni 2021: 2,614 Mio. Arbeitslose, minus 73 000 gegenüber Mai 2021. Quoten: 5,7 % gegenüber 5,9 % im Mai 2021 und 6,2 % im Juni 2020.

Niedersachsen: Juni 2021: 241 996 Arbeitslose, minus 7610 gegenüber Mai 2021. Quoten: 5,5 % gegenüber 5,7 % im Mai 2021 und 6,0 % im Juni 2020.

Der Bestand hat mit 5094 gemeldeten Arbeitsofferten einen neuen Höchststand erreicht. „Der hohe Bestand an offenen Stellen zeigt uns, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften anzieht“, sagt Silbermann. Gleichzeitig sei festzustellen, dass Arbeitsplätze in vielen Fällen nicht zeitnah besetzt werden können. Das liegt aus ihrer Sicht an fehlenden, entsprechend qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern. „Zwar werden derzeit auch viele Mitarbeitende für Anlerntätigkeiten gesucht, die überwiegende Nachfrage richtet sich jedoch an Fachkräfte und Spezialisten. Und die sind auf dem Markt nach wie vor nur schwer zu finden“, sagt die Arbeitsmarktexpertin.

Fehlende Fachkräfte könnten nach Silbermanns Einschätzung die Belebung am Arbeitsmarkt ausbremsen. Um dem Fachkräfteengpass zu begegnen, sieht die Agenturchefin drei Hebel: Weiterbildung Beschäftigter, Qualifizierung von Arbeitslosen und Ausbildung künftiger Fachkräfte. Mit Blick auf den Ausbildungsstart appelliert Silbermann an die Betriebe, auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben.

Verbesserung auch im Geschäftsbezirk Hann. Münden

Im Geschäftsstellenbezirk Hann. Münden sind die Arbeitslosenzahlen im vergangenen Monat ebenfalls zurückgegangen: Laut Bericht der Göttinger Agentur hat sich dort die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni um 10 auf 1080 Menschen verringert.

Das waren 214 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 5,8 Prozent. 208 Menschen haben sich im Juni neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Das sind 20 mehr als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten laut Arbeitsagentur 214 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1279 Arbeitslosmeldungen, ein Minus von 294 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem stehen 1340 Abmeldungen von bisher arbeitslos Gemeldeten gegenüber.

Die Arbeitslosenquote in der Region im Juni.

Die Zahl der Arbeitsstellen stieg im Juni ebenfalls um 55 Stellen auf 433. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 135 Arbeitsstellen mehr. Die Arbeitgeber haben laut Bericht der Arbeitsagentur im Juni 128 neue Stellen gemeldet, 48 mehr als im Vorjahr. Seit Januar gingen 472 Arbeitsstellen ein, ein Zuwachs von 67 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Endgültige Werte über Kurzarbeit liegen nicht vor

Endgültige Werte für die realisierte Kurzarbeit im Agenturbezirk Göttingen (Landkreise Göttingen und Northeim) liegen laut Arbeitsagentur mittlerweile für den Monat Dezember vor. Danach haben im Agenturbezirk Göttingen im Dezember 1895 Betriebe von konjunktureller Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Betroffen davon waren 12479 Beschäftigte.

Während des ersten Lockdowns, im April 2020, wurde mit 29481 Kurzarbeitenden und 3273 Betrieben in konjunktureller Kurzarbeit der bisher höchste Wert in der Corona-Krise erreicht. (Bernd Schlegel / Thomas Schlenz)

Offene Stellen in der Region

Eine Auswahl an offenen Stellen im Altkreis Münden:

- Acht Vollzeit- oder Teilzeitstellen für examinierte Pflegekräfte oder Pflegehelfer in Hann. Münden oder Dransfeld.

- Fünf Vollzeit- oder Teilzeitstellen als Gebäudereiniger oder Reinigungshelfer in Hann. Münden, Dransfeld oder Staufenberg

- Vier Vollzeit- oder Teilzeitstellen als Berufskraftfahrer oder Auslieferungsfahrer in Hann. Münden, Staufenberg oder Dransfeld

- Vier Vollzeit- oder Teilzeitstellen als Helfer im Verkauf, Küche oder Gaststätte in Hann. Münden oder Dransfeld.

Ansprechpartnerin für Interessierte ist Elvira Sandkuhl, Vermittlerin im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göttingen, unter Telefon: 0 55 41/98 09 14.

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