Aus KiSN wird Kulturis

Landkreis Göttingen fördert das Kulturleben - Neue Plattform Kulturis in Südniedersachsen

Sing mit XY-Bigband: Die Band der Universität und Sängerin Hanna Carlson lockerte lange Talkrunden. 
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Sängerin Hanna Carlson profitierte von der Förderung des Landkreises Göttingen (Archivfoto)

Die Kultur trotz Corona-Krise fördern. Das hat sich der Landkreis Göttingen und der Landschaftsverband Südniedersachsen auf die Fahne geschrieben. Eine neue Plattform soll Kulturschaffenden helfen, sich zu präsentieren.

Landkreis Göttingen – „Wir schauen voller Hoffnung auf 2022“, sagt die Göttinger Künstlerin Hanna-Lena Tilch, die unter ihrem Künstlernamen Hanna Carlson Musik macht. Sie leidet, wie so viele Kulturschaffende, unter der andauernden Coronakrise. Konzerte fallen aus und Buchungen werden storniert. Ein Lichtblick sei für sie die Förderung des Landkreises Göttingen gewesen, berichtet sie in einer Videoschalte mit Kreisrat Marcel Riethig, die die Kulturförderung in Corona-Zeiten zum Thema hatte.

Kulturschaffende: Sind froh über Förderung des Landkreises

Neben Tilch berichten noch der Musiker Martin Schnella aus Osterode am Harz und die Künstlerin Nalini Hönow vom Paradies Kiosk im Siebertal von ihren Erfahrungen. Ihnen allen fehlt die Bühne, darin sind sich die Kulturschaffenden einig.

Sie profitierten im vergangenen Jahr von der Plattform KiSN (Kultur in Südniedersachsen), die der Landkreis Göttingen und zahlreiche Kooperationspartner aus der Taufe gehoben haben. Künstler aus dem Landkreis können Videos auf die Plattform laden und der Kreis fördert dann die Künstler mit 1000 Euro. Auch die Oxlocation in Mündens Altstadt hat sich mit einem kurzen Film beteiligt.

Neue Förderung von Kultur in Landkreis Göttingen

Seit der vergangenen Sitzung des Kreistages gibt es nun eine neue Richtlinie für die Förderung, so berichtet Kreisrat Riethig. Beschlossen wurde, dass 150 000 Euro für die Kulturförderung bereitgestellt werden, neben den bereits existierenden Förderungen. Es wird zwei Förderbereiche geben, heißt es vom Landkreis. Dabei soll das Geld im Juli verteilt werden. Im Fokus stehen Solo-Selbstständige und Kultureinrichtungen, die wenig bis keine andere staatliche Förderung bekommen. Im Förderbereich A. müssen die Antragssteller „kulturelle Wirkung auf den Landkreis Göttingen haben“. Sie müssen nicht direkt aus dem Landkreis stammen, ihr Wirken muss sich aber dort manifestieren. Zudem müssen die Förderwilligen ihr strukturelles Defizit für das Jahr 2021 nachweisen. Maximal werden 6000 Euro ausgezahlt. Anträge können bis zum 30. Juni eingesendet werden.

Projekte werden mit bis 6000 Euro unterstützt

Im Förderbereich B sind Projekte im Kreisgebiet Göttingen zusammengefasst, die zur „Stärkung der Kulturszene in Corona-Zeiten und danach“ beitragen. Auch hier winken bis zu 6000 Euro. Bei den Anträgen, so Riethig, gelte das „Windhund-Prinzip“, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Ebenfalls im Zuge der Videokonferenz berichtet Riethig darüber, wie KiSN weiterentwickelt werden wird. Die Ägide des Projektes übernimmt der Landschaftsverband Südniedersachen. Mithilfe von Fördermitteln des Bundes soll die Plattform zu einer regionalen Kulturplattform ausgebaut werden. Der Landkreis ist weiterhin Kooperationspartner, berichtet Moritz Steinhauer vom Landschaftsverband.  

Aus Plattform KiSN wird Kulturis für ganz Südniedersachsen

Der Landschaftsverband Südniedersachsen entwickelt bis 2023 unter dem Namen Kulturis eine digitale Plattform für Kulturinteressierte. Das teilte Moritz Steinhauer vom Landschaftsverband während einer Videokonferenz zur Lage der Kulturförderung im Landkreis Göttingen mit.

Kulturis wurde aus der Plattform KSiN entwickelt, die der Landkreis Göttingen aufgebaut hat. Auf dieser ist es Kulturschaffenden möglich, sich zu präsentieren. „Wir haben nach einem Namen gesucht, der leichter sprech- und lesbar ist und sofort Assoziationen weckt. Zugleich sollte die Bedeutung von KiSN – Kultur in Südniedersachsen – beibehalten werden“, berichtete Steinhauer. Die Plattform soll bis 2023 stetig weiterentwickelt werden und immer neue Funktionen erhalten. Zum Start am 1. März sollen täglich neue Livestreams und Videos von regionalen Kulturschaffenden präsentiert werden. Der digitale Spielplan spiegele die ganze Bandbreite der kulturellen Angebote der Region Südniedersachsen wider, heißt es in einer Mitteilung. Das Ganze läuft unter dem Lable „kulturis-Sofa-Festivals“. Kulturschaffende können sich noch kurzfristig beteiligen, für die zweite Märzhälfte werden noch Beiträge gesucht (Anmeldung via Mail an kulturis@landschaftsverband.org). Gefragt seien, laut Mitteilung, alle Bereiche der Kunst.

Bund fördert die Plattform mit über 450 000 Euro

Während KiSN eine Plattform des Landkreises Göttingen war, soll auf Kuluris die ganze Region Südniedersachen vertreten sein. Möglich mache dies, so Steinhauer, das Förderprogramm „Heimat 2.0“ des Bundes mit 465 000 Euro. Im August 2020 wurde von der Stadt Einbeck als Vertreterin des Fachwerk5Eck ein Förderantrag zur Weiterentwicklung von KiSN eingereicht. Dieser wurde in Kooperation mit dem Landkreis Göttingen und dem Landschaftsverband Südniedersachsen gestellt.

Im November wurde die Förderung bewilligt. Umgesetzt wird das Projekt vom Landschaftsverband Südniedersachsen. Mit der Förderung „Heimat 2.0“ sollen digitale Projekte im ländlichen Raum verwirklicht werden. (Jens Döll)

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