Praktika bei Unternehmen 

Landkreis Göttingen will Schülern beim Einstieg in IT-Branche helfen

+
Arbeiten in der IT-Branche: Für diese Perspektive sollen Schüler in passende Praktikumsplätze vermittelt werden.  

Göttingen. Der Fachkräfteengpass wird größer. Um Nachwuchskräfte zu gewinnen, will der Landkreis künftig verstärkt auf Schülerpraktika in der IT-Branche setzen.

Einstimmig beschlossen wurden daher nun im Wirtschaftsausschluss und im Kreistag neue Pläne im Projekt „Qualifizierte Praktika für Schüler*innen der IT-Branche“.

Seit 2015 kümmert sich das „Regionale Berufswahlnetzwerk Sek II“, bestehend aus 19 Schulen aller Schulformen in Südniedersachsen, darum, dass die Kompetenzen von Schülern für die Berufswahl gesteigert werden. 

Betriebliche Praktika

Nun soll in diesem Jahr die vertiefende Zusammenarbeit mit außerschulischen Akteuren vereinbart werden, zum Beispiel in Form von betrieblichen Praktika. Das Ziel: Im Rahmen der Berufsorientierung sollen junge Menschen besonders auf IT-Berufe und auf regionale Unternehmen aufmerksam gemacht werden.

Allerdings stünden viele Arbeitgeber bislang noch Kurzzeit-Schülerpraktika eher skeptisch gegenüber, hieß es nun im Wirtschaftsausschuss des Landkreises. Denn die Firmen könnten für die oft nur zehntägige Schnupper-Mitarbeit meistens weder für Schüler und Unternehmen passende Inhalte noch eine angemessene Betreuung anbieten.

Auf der anderen Seite ist seit Ende 2018 durch einen Erlass des Kultusministeriums vorgeschrieben, dass Schülern zur Berufs- und Studienorientierung ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum im 11. Lehrgang durchlaufen sollen.

Fehlender Kontakt in Schulen

In den Schulen fehlen aber häufig Kontakte zu Unternehmen, die Lehrkräfte kennen sich laut Kreisverwaltung nicht in den verschiedenen Berufen und Branchen aus. „Das Risiko, dass die Praktika eher unstrukturiert ablaufen und die Qualität des Praktikums nicht gewährleistet wird, ist hoch“, stellt das Referat für Nachhaltige Regionalentwicklung des Landkreises fest.

Deswegen will der Landkreis Unterstützung anbieten: In den kommenden zwei Jahren sollen Praktikumsplätze bei Unternehmen akquiriert werden, außerdem soll ein Bildungskoordinator zur Betreuung und Vermittlung von Schülern in passende IT-Praktikumsplätze eingestellt werden.

Zweijährige Projektpartnerschaft

Als Mitglied der Bildungsregion Südniedersachsen wird der Landkreis Göttingen, als eine von mehreren Kooperationsregionen in Niedersachsen, eine zweijährige Projektpartnerschaft mit dem Verein der Technologie-Centren Niedersachsen eingehen. 

Die Projektbegleitung und die finanzielle Abwicklung sollen über die Wirtschaftsförderung Region Göttingen erfolgen. Das Projekt soll voraussichtlich 172 800 Euro kosten, der größte Teil werde per Antrag über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds getragen werden. 

Der Landkreis steuert insgesamt 75 000 Euro bei. Beteiligen sich die Stadt Göttingen und der Landkreis Northeim ebenfalls an dem Projekt, sei angedacht, dass sie ebenfalls jeweils 25 000 zur Verfügung stellen.

Der Landkreis Göttingen werde zudem eine Kofinanzierung beim Land Niedersachsen beantragen: Mit einer Bewilligung könnten sich die Kosten erheblich reduzieren.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.