Gelbe Blüte

Altkreis: Rapsfelder leuchten in der Region Hann. Münden

Gelbe Felder, so weit das Auge reicht: Raps, wie hier im Bild bei Wiershausen, wird unter anderem für Speiseöl und Biodiesel verwendet.
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Gelbe Felder, so weit das Auge reicht: Raps, wie hier im Bild bei Wiershausen, wird unter anderem für Speiseöl und Biodiesel verwendet.

Gelbe Felder so weit das Auge reicht. Das kühle und nasse Wetter bekommt dem Raps gut. Die Kulturpflanze ist nicht mehr wegzudenken.

Altkreis Münden – Eine sehr späte, dafür intensive und lang anhaltende Rapsblüte – so lässt sich die gelbe Blütenpracht in Worte fassen, die derzeit die Kulturlandschaft prägt.

Raps hat einen Entwicklungsschub bekommen

Vor allem dank der kurzzeitigen sommerlichen Temperaturen Mitte Mai hat der Raps auf den Feldern einen kräftigen Entwicklungsschub bekommen, normalerweise steht er oft schon Ende April in der Vollblüte. Nun aber leuchten überall in der Region die gelben Rapsfelder und bringen Farbe in die Natur.

Dabei habe sich der Raps anfangs schwergetan, der April sei zu kalt gewesen, regional sogar mit lang anhaltenden Nachtfrösten, heißt es dazu vom Bauernverband Landvolk in Hannover. Die Gesamtentwicklung des ölhaltigen Kreuzblütengewächses, das schon den alten Römern bekannt war und der Gewinnung von Lampen- und Speiseöl diente, sei aber gut.

Raps ist eine Kulturpflanze, die in unseren breiten noch nicht so lange intensiv angebaut wird. Sie wird bei Biodiesel und bei der Herstellung von Speiseöl verwendet.

Weil es derzeit relativ kühl sowie ausreichend feucht sei und Hitzetage ausblieben, hält die Blütenpracht in diesem Jahr länger an als sonst. „Auch der Schädlingsdruck ist in diesem Jahr, bedingt durch die kühle Witterung, deutlich geringer als in den Vorjahren“, sagt Kreislandwirt und Landvolk-Vorsitzender Markus Gerhardy aus Gieboldehausen.

In der Vorjahren: Raps war Sorgenkind

Der Raps sei in den Vorjahren immer das Sorgenkind der Landwirte gewesen mit stark schwankenden und in der Summe unbefriedigenden Erträgen. Auch wenn es bis zur Ernte noch gut zwei Monate seien, präsentiere sich doch der Großteil der Rapsfelder in der Region „sehr hoffnungsvoll“, wie Gerhardy sagt. Die Landwirte hoffen auf eine gute Rapsernte wie im vergangenen Jahr, als fast 275 000 Tonnen in Niedersachsen geerntet wurden. Gegenüber 2019 mit einer Erntemenge von 246 000 Tonnen sei 2020 ein besseres Jahr gewesen, sodass wieder mehr Landwirte Raps angebaut hätten, heißt es vom Landvolk. Auf knapp 80 000 Hektar wurde 2020 in Niedersachsen Raps angebaut, damit rangiert die Pflanze nach Getreide (830 000 Hektar), Silo-Mais (544 000 Hektar) und Kartoffeln (122 000 Hektar) auf Platz vier der Anbaufrüchte in Niedersachsen. Gegenüber 2015, als noch auf fast 120 000 Hektar Raps in Niedersachsen angebaut wurden, sei das aber ein Rückgang von über einem Drittel.

Speiseöl und Biodiesel

Landwirte schätzen Raps als gute Vorfrucht für einen anschließenden Weizenanbau, denn er hinterlässt auf Standorten mit schlechteren Böden sowie in den roten Gebieten, wo die Düngeverordnung die Landwirte einschränke, viel Stickstoff im Boden, der dann der Folgefrucht zugutekommt.

Verwendet wird der Raps unter anderem für die Speiseölherstellung, für Biodiesel und die chemische Industrie, das nach dem Pressen übrig bleibende Schrot dient als wertvolles Viehfutter. (Christian Mühlhausen)

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