Hochwasserkatastrophe in Süd-West-Deutschland

Landkreis Göttingen sendet Kreisfeuerwehr ins Hochwassergebiet

Kreisfeuerwehr Göttingen rückt ins Hochwassergebiet aus
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Abmarsch zum Hochwassereinsatz: Kreisrätin Marlies Dornieden verabschiedet die Kreisfeuerwehrbereitschaft unter Führung von Kreisbrandmeister Volker Keilholz am Sammelpunkt an der FTZ Katzenstein.

164 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Göttingen sind seit Samstag (17.07.2021) in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. 

Der Konvoi unter der Leitung von Kreisbrandmeister Volker Keilholz ist bereits in der Nacht zu Samstag nach Leverkusen gestartet, wie der Landkreis Göttingen mitteilt. Darunter sind auch acht Einsatzkräfte der Feuerwehr Staufenberg. Laut Sprecher Philipp Vogeley sind sie mit ihrem Löschgruppenfahrzeugen Katastrophenschutz vor Ort, von denen es nur wenige im Landkreis gibt und die für solche Krisenlagen ausgestattet sind. Sie sind in Begleitung von zehn Kollegen aus Adelebsen mit demselben Fahrzeugtyp. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem das Auspumpen von Kellern, so Vogeley.

In der Nacht zu Samstag hatte Kreisrätin Marlies Dornieden, Dezernentin für Bevölkerungsschutz, die Einsatzkräfte des Landkreises an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Katzenstein (Osterode) verabschiedet, ist dem Bericht zu entnehmen. Demnach ist die Kreisfeuerwehr eine von vier Bereitschaften, die aus Niedersachsen um Unterstützung angefordert worden sind. „Das zeigt das Vertrauen in Ihre Ausbildung, Professionalität und Engagement“, so Dornieden. In einer Schweigeminute sei den Opfern der Katastrophe gedacht worden, zu denen auch Feuerwehrkameraden gehören. „Passen Sie auf sich auf, und kommen Sie gesund nach Hause zurück“, wird die Dezernentin zitiert.

Laut Innenministerium des Landes Niedersachsen sind seit Donnerstagabend insgesamt 1100 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und DLRG aus Niedersachsen entsandt worden. So habe der DLRG zwei Landeseinsatzzüge Wasserrettung mit 110 Kräften zur Personenrettung geschickt. Der DLRG verfüge über spezielle Boote mit geringem Tiefgang und Spezialfahrzeuge mit Ladekränen.

Acht Kreisfeuerwehrbereitschaften der Landkreise Göttingen, Grafschaft Bentheim, Holzminden, Osnabrück, Schaumburg, Verden, Diepholz und Hannover sind mit 880 Kräften mit Hochleistungspumpen vor Ort. 100 Polizeibeamte unterstützen bei der Verhinderung von Plünderungen, denn viele Orte wurden evakuiert, teils ist der Strom ausgefallen. Auch sie verfügt über eine technische Einheit mit Schlauchbooten.

THW und DRK aus Südniedersachsen helfen bei Hochwasser

Das Technische Hilfswerk (THW) aus Südniedersachsen hat am Wochenende weitere Einsatzkräfte in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete entsandt. Die Aktiven helfen bereits seit Donnerstag. Am Samstag startete die die Fachgruppe Trinkwasserversorgung des Ortsverbandes Göttingen mit acht Einsatzkräften in der Eifel. Auf zwei Lastwagen und einem Anhänger haben sie eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, Laborausstattung zur Untersuchung des aufbereiteten Wassers sowie Lagerbehälter für nicht aufbereitetes und aufbereitetes Wasser mit dabei. Die Spezial-Anlage kann im vollen Betrieb unterbrechungsfrei etwa 15 000 Liter Trinkwasser je Stunde aufbereiten.

Aus dem Ortsverband Osterode startete ebenfalls am Samstag der Fachzug „Führung/Kommunikation“. Diese Aktiven werden die Koordination der anrückenden und in den Einsatz gehenden Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen übernehmen. Dazu gehören auch die namentliche Erfassung und die Zuweisung von Ruheräumen in Zelten und festen Unterkünften. Speziell für Einsätze in diesem Umfang hält das THW Spezialisten für einen sogenannten „Bereitstellungsraum 500“ für entsprechend viele Menschen vor. Dieser war letztmalig beim Moorbrand in Meppen im Einsatz.

Auch der Kreisverband Göttingen-Northeim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist seit Samstag in Rheinland-Pfalz im Einsatz, informiert das DRK. Demnach sind sie am Samstag mit 140 Helfen aus Niedersachsen von Northeim aus gestartet. Das DRK ist am Nürburgring auf dem Gebiet der Gemeinde Adenau stationiert. Dort übernimmt es eine leitende Aufgabe und koordinieren die Helfer verschiedener Organisationen, wie eine Sprecherin informiert. Eine zweite Mannschaft aus Südniedersachsen werde aktuell aufgebaut und solle die erste nach ein paar Tagen ablösen.

Von Kim Henneking und Bernd Schlegel

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