Katastrophenschutz

Landkreis Göttingen: Sirenen sind bedingt alarmierungsbereit

Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach (Symbolbild).
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Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach (Symbolbild).

Sirenen alarmieren die Feuerwehr und warnen die Bevölkerung. Im Landkreis Göttingen haben viele Gemeinden solche Anlagen. In der Kernstadt Hann. Münden gibt es keine Sirene.

Landkreis Göttingen – Im Kernstadtgebiet von Hann. Münden gibt es keine Sirenen mehr, dafür sind diese in den Ortsteilen noch einsatzbereit, informiert Stadtsprecherin Julia Bytom auf Anfrage. Sirenen sind nach den Starkregenereignissen wieder ins öffentliche Interesse gerückt.

Hann. Münden: Keine Sirene in Kernstadt

Die Anlagen sind auf öffentlichen Gebäuden wie Dorfgemeinschaftshäusern, Schulen und Verwaltungsgebäuden installiert. Die Sirenen wurden digital umgerüstet und werden laufend gewartet. „Sirenen dienen der Alarmierung der Feuerwehr im Einsatzfall, der Bevölkerung im Verteidigungsfall sowie im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz“, erklärt Bytom.

Deutschlandweit wurden Sirenenanlagen nach dem Zusammenbruch der UDSSR den Gemeinden zur Übernahme angeboten, davon habe Hann. Münden damals Gebrauch gemacht.

In der Gemeinde Staufenberg wurden die Katastrophenschutzsirenen demontiert, da sie nicht mehr funktionierten. Das berichtet Dominik Feist von der Gemeindeverwaltung. Allerdings gebe es in jedem Ortsteil eine Feuerwehrsirene. „Und das soll auch so bleiben“. Diese befinden sich auf den Feuerwehrhäusern oder Dorfgemeinschaftsanlagen und dienen heutzutage überwiegend der Alarmierung der Bevölkerung. Ebenso wie in Münden werden die Feuerwehrleute in Staufenberg mit digitalen Meldern alarmiert.

Dransfeld: Sirenen im Gemeindegebiet verteilt

Vonseiten der Samtgemeinde Dransfeld heißt es, dass Sirenen im Gemeindegebiet verteilt sind. Zum Beispiel in Ossenfeld auf dem Dorfgemeinschaftshaus oder in der Stadt Dransfeld, heißt es von Dirk Aue, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes. Ein Teil sei aber auch abgebaut worden, weil zum Beispiel die Mietverträge nicht verlängert wurden.

Im Landkreis Göttingen gibt es laut Kreissprecher Ulrich Lottmann in vielen Gemeinden funktionstüchtige Sirenen. „Dies sind im Gebiet des Altkreises Göttingen sämtliche Gemeinden mit Ausnahme der Stadt Duderstadt.“ Diese dienen ausschließlich der gezielten Warnung im Fall eines Brandes. Für eine zentral gesteuerte Warnung zum Zweck des Bevölkerungsschutzes sind sie nicht geeignet.

Sirenen sind in elf Gemeinden des Landkreises Göttingen aufgestellt, im Altkreis Göttingen in jeder Kommune außer Duderstadt. Das berichtet Kreissprecher Ulrich Lottmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Warntag 2020 zeigte Schwächen auf

Diese Sirenen sind nicht für eine zentral gesteuerte Warnung ausgelegt, heißt es weiter. „Deshalb war eine Warnung beim bundesweiten Warntag 2020 über Sirenen technisch nicht möglich und auch nicht vorgesehen“, so Lottmann. Der Warntag am 10. September 2020 hat technische Schwächen bei den Meldewegen auf Bundesebene aufgezeigt. Damals sollte bundesweit ab 11 Uhr die Bevölkerung über verschiedene Kanäle gewarnt werden.

Der Landkreis habe bereits im vergangenen Jahr geprüft, ob die Sirenen für den Bevölkerungsschutz umgerüstet werden können. „Dafür müssen die vorhandenen Anlagen gesondert programmiert werden, damit ein – vom Brandalarm zu unterscheidendes – Alarmsignal erzeugt und dieses auch zentral, über die KRL (Kommunale Regionalleitstelle), ausgelöst werden kann.

Aufwand für Programmierung der Sirenen erheblich

Der Aufwand dieser Programmierung ist erheblich, wird vom Landkreis derzeit dennoch vorbereitet und dann personell und finanziell umgesetzt“, berichtet der Kreissprecher. Die Bürgermeister der Gemeinden hätten sich positiv geäußert. „Ich gehe von einer Umsetzung der Programmierung bis zum Frühjahr 2022 aus“, so Lottmann.

Zudem hätten sich damals Schwächen beim Warnsystem Katwarn herausgestellt. Diese Probleme seien bekannt und behoben. Der Landkreis und die Stadt Göttingen nutzen die Warnapp Katwarn zur Alarmierung der Bevölkerung. „Zudem werden die Möglichkeiten der Webseite des Landkreises, des Auftritts des Landkreises in den sozialen Netzwerken (Facebook) sowie Presse-Infos an die regionalen Medien genutzt“, so Lottmann.

Katastrophe: Landkreis ist Zuständig

Für Ereignisse in der Kategorisierung unterhalb einer Katastrophe, kann die Bevölkerung über eine Sirene, über das Radio, durch Hauswurfzettel, durch Lautsprecherdurchsagen und letztendlich durch persönliche Ansprache gewarnt werden, beschreibt Stadtsprecherin Julia Bytom die Situation in Hann. Münden.

Für Katastrophen ist der Landkreis als Katastrophenschutzbehörde für die Warnung der Bevölkerung zuständig, berichtet Bytom weiter. (Jens Döll)

Sirenen: Töne haben Bedeutung

Feuerwehren wurden in den letzten Jahrzehnten mit persönlichen Funkmeldeempfänger ausgerüstet, die die Sirenen ersetzten sollen. In den vergangenen Jahren gewannen nun die Sirenen wieder an Bedeutung. Der Alarm hat je nach Tonfolge verschiedene Bedeutungen. Ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zum Beispiel zeigt eine Katastrophe an. Ein einminütiger Dauerton, der zweimal unterbrochen ist, alarmiert die Feuerwehr vor Ort. 

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