Rad statt Auto

Baustelle auf der B3 fordert Mitarbeiter von Pflegedienst: Mit dem Fahrrad zum Dienst

Alem Akin (links) und Nina Radler stehen mit ihren Fahrrädern vor einem Auto des Pflegedienstes Linke am Parkplatz Elsterbach bei Wilhelmshausen im Kreis Kassel. Sie kommen aus Hannn. Münden und müssen mit dem Rad zu ihren Patienten.
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Den Helm immer dabei: Wegen der Baustelle in Wilhelmshausen müssen Alem Akin (links) und Nina Radler ihr Auto auf einem Parkplatz abstellen. Nur mit dem Rad erreichen sie ihre Patienten.

Die Baustelle an der Bundesstraße 3 (B3) bei Wilhelmshausen im Landkreis Kassel stellt die Mitarbeiter eines Pflegedienstes vor Herausforderungen. Für ihren Weg von Hann. Münden in den Ort zu ihren Patienten müssten sie einen großen Umweg auf sich nehmen. Ihre Lösung ist kreativ.

Raus aus dem Auto, ab aufs Fahrrad. Das wurde während der Coronakrise immer beliebter. Für die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes Linke aus Hann. Münden gibt es nun allerdings ein unfreiwilliges Sportprogramm: Ihre Patienten in Fuldatal-Wilhelmshausen erreichen sie seit Kurzem nur noch mit dem Fahrrad.

War der Weg von der Dreiflüssestadt nach Wilhelmshausen unter normalen Umständen mit dem Auto schnell zurückgelegt, macht nun eine Baustelle auf der Bundesstraße 3 (B3) einen Strich durch die Rechnung. Seit dem 4. Juli endete die Straße kurz vor der Ortseinfahrt Wilhelmshausen aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten .

Landkreis Kassel: Baustelle zwingt Pflegedienstmitarbeiter aufs Fahrrad

Es ist dort kein Durchkommen. Dies stellte auch die Mitarbeiter von Linke vor Herausforderungen. Sie versorgen einige Patienten in Wilhelmshausen und sind nun von ihnen abgeschnitten. „Wir müssten eine große Umleitung über Reinhardshagen und den Reinhardswald fahren“, berichtet Pflegerin Alem Akin. Das würde den ganzen Zeitplan durcheinanderbringen.

Baustelle in Wilhelmshausen: Keine Lösung konnte gefunden werden

Sie hätten mit den zuständigen Stellen in Gemeinde und Land Hessen Kontakt aufgenommen, aber zu einer Lösung sei es nicht gekommen, so Geschäftsführerin Kathrin Bara. Eine Möglichkeit sei gewesen, über einen schmalen Feldweg zu fahren, was aber verboten sei oder, im Extremfall, den Patienten in Wilhelmshausen zu kündigen. Keine der beiden Optionen kam ernsthaft infrage, sodass sich das Pflegeteam etwas Sportliches überlegt hat: Ab dem Parkplatz „Am Elsterbach“, einige hundert Meter vor der Ortseinfahrt, fahren sie mit dem Rad über den Radfernweg R1 an der Fulda entlang zu ihren Patienten in den Ort. Mit dabei ist auch Pflegerin Nina Radler, die ihrem Namen nun alle Ehre macht. „Von der kompletten Sperrung haben wir über die Zeitung erfahren“, berichtet sie. Am ersten Tag sei sie noch mit dem Tretroller ihrer Tochter zu den Patienten gefahren, aber das habe ihr starken Muskelkater beschert. Das Fahrrad sei doch die bessere Lösung.

Noch bis Ende der Sommerferien in Hessen

Die beiden Räder sind am Fahrradweg sicher angeschlossen, berichtet Akin. Eines hat Chefin Baras gestellt, das andere ist das Privatrad einer Mitarbeiterin. „Radfahren macht Spaß und man fühlt sich fitter“, sagt Radler. Allerdings mache es nicht bei jedem Wetter Freude. So setzte der Nieselregen in der Mitte der Woche den beiden Pflegerinnen auf ihrem Weg entlang der Fulda zu. Bis zum Ende der hessischen Sommerferien, Mitte August, soll die Sperrung noch dauern. Bis dahin heißt es für die Pflegerinnen des ambulanten Pflegedienstes Linke weiterhin „fleißig strampeln“.

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