Die Sperrfrist ist vorbei

Landwirte feiern Güllesilvester: Ab Februar darf wieder gedüngt werden

Gülle ausbringen auf landwirtschaftlicher Fläche
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Die streifenförmige, bodennahe Ausbringung von flüssigem organischem Dünger ist Vorschrift.

„Güllesilvester“ wird bei Landwirten scherzhaft der 31. Januar eines Jahres genannt. Dann nämlich endet die Sperrfrist, in der keine Gülle auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden darf.

Altkreis Münden – Besonders in den viehdichten Regionen Nordwestdeutschlands läuft vielerorts pünktlich zum 1. Februar die Ausbringung der Gülle als wertvoller Pflanzendünger an. Damit könnten Landwirte ab Anfang Februar diese Düngemittel wieder auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Der Gesetzgeber habe diese Pause verordnet, da die Vegetation in den Wintermonaten ruht und kaum Nährstoffe aufnimmt.

„In unserer Region ist Güllesilvester kein großes Thema“, sagt dazu Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen. Hintergrund ist, dass es im Landkreis Göttingen nur wenig Vieh und damit wenig Gülle sowie auch nur wenige Biogasanlagen gibt, deren Endprodukt mit dem „Gärrest“ auch eine Art von Gülle sei. „Wir sprechen in unserer Region von 0,3 Großvieheinheiten pro Hektar“, sagt er. Anders gesagt: Auf jedem Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Kreis stehe etwa eine Drittel Kuh.

Zum Vergleich: Im Landkreis Rotenburg/Wümme liegt die Viehdichte bei 1,41 sowie in Cloppenburg sogar bei 2,64 Großvieheinheiten pro Hektar. Hinzu kommt die dort wesentlich höhere Anzahl von Biogasanlagen in der Region.

Nur noch streifenförmig

Betroffen von der endenden Sperrfrist sind Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot und stickstoffhaltige Mineraldünger sowie Klärschlamm. Sie dürfen laut Düngeverordnung auf Ackerland vom 1. Oktober bis 31. Januar und auf Grünland vom 1. November bis 31. Januar grundsätzlich nicht ausgebracht werden.

Dass am 1. Februar nicht gleich die Schlepper auf die Äcker fahren, liegt auch daran, dass es durch den lange ersehnten Regen zu nass und der Boden so nicht aufnahmefähig ist.

Seit vergangenem Jahr dürfen flüssige organische Düngemittel nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Hintergrund ist, dass die Ammoniak-Emissionen in die Atmosphäre reduziert werden sollen, die bei breitflächiger Ausbringung von Gülle und Gärresten deutlich höher sind als bei bodennaher Ausbringung mittels so genannten Schleppschlauch-, Schleppschuh- und Schlitzverteilern. (Christian Mühlhausen)

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