Lasertechnik spart jährlich 5,3 Tonnen Papier im Verpackungsbetrieb

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Eine Rolle Seidenpapier ist fertig: Maschinenführer Andreas Riedel an seinem Arbeitsplatz.

Hann. Münden. Die Kontakte im VerpackungsCluster Südniedersachsen tragen nicht nur beim günstigen Einkauf Früchte.

Verarbeiten von speziellem Krepp-Papier: Geschäftsführer Gerhard Hahn (rechts) an der Maschine, die Maschinenführer Jens Buchmann steuert.

„Ideen kommen nicht angeflogen“, sagt Gerhard Hahn. Der Unternehmer, der zusammen mit seinem Sohn Ernst Hahn, die Knüppel Verpackung GmbH & Co. KG leitet, spricht damit den Erfahrungsaustausch an, den der Zusammenschluss Verpackungscluster Südniedersachsens bietet. Was er meint, verdeutlicht der Seniorchef an einem praktischen Beispiel: Um den Ausschuss an Papier bei der Feinjustierung von Großrollen in der Fertigung zu verringern, hatte Marius Görnandt, Mitarbeiter in der Papierferigung von Knüppel Verpackung, eine pfiffige Idee: Neben den Rollenlagern einen Referenzlaser zu installieren.

Nach dem Motto: Schuster bleib deinen Leisten nahm der Verpackungsspezialist mit Experten Kontakt auf, die etwas von Lasertechnologie verstehen: die Firmen GoePaTec GmbH und Frahnert Forschung und Beratung aus Göttingen. Beide sind Mitglied im Verpackungscluster, so dass sich Teams von Knüppel Verpackung und den beiden Göttinger Firmen zusammensetzten und eine Lösung entwickelten, die auch umgesetzt wurde.

Mit dieser Innovation kann Knüppel Verpackung nicht nur die Produktivität steigern, sondern durch die Verringerung von Ausschuss auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Dadurch verbraucht die Firma jährlich 5,3 Tonnen weniger Papier.

Mit dieser Idee hatten sich die drei Firmen für den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Zwar gab es keinen Preis, aber das sei auch nicht entscheidend, sagt Gerhard Hahn. Die Idee des Mitarbeiters aufzugreifen, zu entwickeln und umzusetzen, sei Lohn genug gewesen.

Bei einem Rundgang durch den Betrieb, an dem auch der Leiter des Servicezentrums Waldeck-Frankenberg der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, Dr. Peter Sacher, teilnahm, gab der Firmenchef einen Eindruck von der Vielfalt des Papiers, das Knüppel Verpackung verarbeitet.

Ein Beispiel ist das Seidenpapier, gebleicht, 22 Gramm Gewicht pro Quadrameter. Diese Papier schneidet Maschinenführer Andreas Riedel, millimetergenau zu, rollt es maschinell um eine dicke Papierrolle und verpackt es für den Versand. Das Papier komme zwischen Objektträgerglas, das sind zum Beispiel die Glasplättchen für mikroskopische Untersuchungen, erläutert Gerhard Hahn.

Würde anderes Papier zum Verpacken des Glases verwendet, könnte sich die Oberfläche verändern; das Glas könnte eintrüben.

Auch das gute alte Krepp-Papier wird am Firmensitz in der Tonlandstraße verarbeitet. Maschinenführer Jens Buchmann schneidet ein spezielles, elektrisch leitfähiges Krepp-Papier passgenau zu. Es dient dazu, Kabel zu umwickeln.

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