Sportlerehrung

„Laufen mit Köpfchen“

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Ann-Charlotte Spangenberg stempelt bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Tampere im Sprint-Wettbewerb einen der 21 Posten ab.

Hann. Münden. Orientierungsläuferin Ann-Charlotte Spangenberg erhielt am Mittwoch den Förderpreis der TG Münden. 

Den zum ersten Mal verliehenen „Jahresbestenpreis für junge Turnerinnen der TG Münden“ erhielt am Mittwoch die 17-jährige Orientierungsläuferin Ann-Charlotte Spangenberg.

Am Orientierungslauf, der als Teilsparte bei den Turnern untergebracht ist, schätzt die Mündenerin, dass er „laufen mit Köpfchen“ verlangt. Anders als in leichtathletischen Lauf-Wettbewerben, wo Start, Strecke und Ziel klar definiert sind, müssen Orientierer sich nämlich den idealen Weg vom Start über die anzusteuernden Posten bis hin zum Ziel auf der mitgeführten Karte selber suchen. Und dabei ist der „kürzeste“ Weg keineswegs immer der beste.

Bei der Junioren-WM

Dass die 17-Jährige ihr Kartenblatt akribisch lesen und in die Örtlichkeit übertragen kann, führte sie in die Mannschaft, die der Deutsche Turnerbund (DTB) für die Junioren-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere (vom 9. bis zum 16. Juni) nominierte.

Dass sie dort nicht in die Medaillenränge laufen würde, war ihr ebenso klar wie ihrem Spartenleiter und Mentor Walter Rehbein, der das junge Talent als erster unter seine Fittiche genommen hatte. Dementsprechend sind beide mit dem Erreichten durchaus zufrieden: „Es ist bestens, was sie in Finnland geschafft hat. Mehr durfte man nicht erwarten“, sagt Rehbein. Spangenberg selber hatte sich - die Platzierungen betreffend - „ohnehin nichts vorgenommen. Das hätte nur den Druck erhöht. Ich wollte mein Bestes geben - und sehen, was dabei herauskommt.“ Dass sie in allen Wettbewerben, die sie bestritt, unter den besten 100 landete, „entsprach ganz meinen Hoffnungen und Erwartungen“.

Spende statt Blumen

Die Ehrung zur „jahresbesten Turnerin“ verdankt die junge Athletin dem Vermächtnis der vor zwei Jahren verstorbenen Ingrid Hampe. 1932 als Ingrid Weitemeier geboren trat sie als 15-Jährige der Turnsparte der TG Münden bei. Von 1949 bis 1953 turnte Weitemeier in der Niedersachsen-Riege des Landesturnbundes. In der TG lernte sie 1949 den Jungenturnwart Helmut Hampe kennen. Aus den beiden wurde ein Paar.

Als Ingrid Hampe 2015 starb, baten die Hampes anlässlich der Beisetzung „statt Blumen“ um eine Spende an die TG, um dem Turnen wieder auf die Beine zu helfen. An Spenden kamen zusammen gut 2700 Euro, die Helmut Hampe dann aus eigener Tasche auf 3000 Euro aufstockte. Von dieser Summe sollten jährlich 250 Euro an die Preisträgerin ausgeschüttet werden.

Aufmerksam geworden durch den HNA-Bericht „Unterstützung für junge WM-Starterin“ (Mündener Allgemeine vom 4. Juli) entschied Hampe, dass die WM-Starterin sowohl den Preis für 2016 als auch den für 2017 erhalten solle. Hinzu kommen kleinere Beträge, die TG-Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung auf Anregung des Vorsitzenden Thomas Scheffler spendeten. Alles zusammen ein warmer Regen für die Athletin, die einen nicht geringen Teil der Wettkampfkosten selber tragen muss.

Von Edzard Korte

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