Leben retten will geübt sein - Feuerwehr simuliert Brand im Klinikum

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Die Puppe wird gerettet: In dem Zimmer, in dem der Brand simuliert wurde, waren zwei Puppen platziert worden. Jede von ihnen wiegt fast so viel wie ein Mensch, um ihre Rettung, wie im Bild, unter möglichst realistischen Bedingungen zu üben.

Hann. Münden. In den Neubau des Klinikums in Hann. Münden ziehen in den nächsten Tagen die ersten Patienten ein. Weil die Zimmer noch ungenutzt sind, initiierte die Landkreis-Verwaltung eine Brandschutz- und Evakuierungsübung, die am Montagabend stattfand.

„So eine Chance muss man nutzen“, sagt Lars Schinkel, Brandschutzprüfer des Landkreises, zum noch leeren Krankenhausgebäude. Wir waren bei der Übung mit dabei.

Lagebesprechung

Ullrich Uhlendorff, Brandschutzbeauftragter der Klinik, versammelt die Beteiligten an der Schwesternstation der neuen Station 1. 23 Statisten spielen heute die Patienten, die evakuiert werden müssen. „Sie können nicht laufen, sagen Sie das den Pflegern, die sie abholen“, sagt Uhlendorff zu einer Statistin im Kittel. Alle falschen Patienten werden in Listen eingetragen, die nach der Evakuierung zum Abgleich dienen. Im Ernstfall ist das lebenswichtig. Die Beobachter der Übung bekommen Warnwesten, damit die Einsatzkräfte, die gleich anrücken werden, Bescheid wissen: Um diese Person muss ich mich nicht kümmern.

Wartet auf seinen Einsatz: Stefan Pawlowski ist einer der Patienten-Statisten.

Feueralarm

Der fingierte Feueralarm soll von einer Nebelmaschine ausgelöst werden. Doch die Rauchmelder reagieren nicht. Auch der Druckknopf der Brandmelder löst keinen Alarm aus. „Erste Erkenntnis unseres Tests“, sagt Brandschutzprüfer Schinkel pragmatisch. „Bis zur Inbetriebnahme der Station wird hier alles funktionieren.“ Kurzerhand wird bei der Notfallleitstelle angerufen und so das Alarmsignal ausgelöst.

Stefan Pawlowski sitzt noch im Zimmer neben dem Brandherd. Er ist eigentlich Feuerwehrmann in Geismar, heute mimt er einen Patienten. Ohne Hektik werden die Statisten nach draußen gebracht. Um das „brennende“ Zimmer und die darin liegenden Puppen können sich die Pfleger nicht kümmern: Es ist schon zu stark vernebelt.

Erster Zugriff: Wie im Ernstfall auch, tasten sich die Feuerwehrleute vorsichtig an den Brandherd heran. Eigenschutz geht vor.

Löscheinsatz

Als die ersten Feuerwehrleute auf der Station eintreffen, sind die meisten Patienten bereits in Sicherheit. Mit Atemschutzgeräten beginnen die Frauen und Männer der Mündener Wehr den Löscheinsatz – Wasser fließt dabei aber nicht, das Krankenhaus ist schließlich ganz neu. Die Sichtweite im Zimmer ist gleich null, schnell verhüllt der Nebel auch den Flur davor. Im Hof steht die Drehleiter, dort werden auch die geretteten Puppen erstversorgt. Ob sie den Ernstfall überlebt hätten, bleibt unbeantwortet. Dafür wird aber nun mal geübt.

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