Leckeres aus der Küche der Mündener Tafel

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Guten Appetit: Einmal im Monat wird im Geschwister-Scholl-Haus mit Tafel-Zutaten gekocht, hier mit Sonja Kuchenbuch (vorne) und am Kochtopf Marika Bellmann.

Hann. Münden. Die Mündener Tafel wird in diesen Tagen zehn Jahre alt. 550 Familien nutzen das Angebot. Zusätzlich zur Lebensmittelausgabe gibt es dort auch einmal im Monat ein warmes Mittagessen.

„Hat’s geschmeckt?“ „Sehr lecker!“ Minestrone gibt es dieses Mal in der Tafel-Küche in Hann. Münden. Marika Bellmann und Lydia Stieler haben die italienische Gemüsesuppe in der Küche im Geschwister-Scholl-Haus zubereitet und geben Teller auf Teller über den Tresen.

Einmal im Monat wird gekocht bei der Mündener Tafel - mit Zutaten, wie es sie sonst auch in der Lebensmittelausgabe gibt, berichtet das Duo, dass schon seit 2009 das Küchenteam bildet. Die Gerichte: international, aber meistens fleischlos - da können die Vegetarier zugreifen und alle, die kein Schweinefleisch essen, können es sich auch bedenkenlos schmecken lassen.

50 Portionen kochen die Frauen jeweils. Serviert wird, während nebenan die Lebensmittelausgabe der Tafel läuft. Lydia Stieler und Mareike Bellmann fangen an ihren Kochtagen um 9.30 Uhr mit den Vorbereitungen an, „wenn es viel zu schnippeln gibt auch früher“, sagt Lydia Stieler. Ab 11.30 Uhr kann dann gegessen werden.

In die Kochtöpfe wandert gern solches Gemüse, das für viele eher ungewohnt ist, wie Fenchel oder Staudensellerie, und das sonst bei der Lebensmittelausgabe selten genommen wird, erzählt Marika Bellmann. Die Gäste lassen sich immer wieder die Rezepte erklären, holen sich Anregungen und kochen Gerichte zu Hause nach.

Längst ist das Mittagessen bei der Tafel zu einem Treffpunkt geworden. Und auch dem Küchen-Duo macht es Spaß, mit den Kunden in Kontakt zu kommen.

Die Tafeln, einst als Nothilfeprojekt gegründet, sind längst eine Institution. Das wird durchaus kritisiert, ist sich auch Barbara Jankowski vom Tafel-Vorstand bewusst: Machen solche Projekte nicht Armut im Wohlstand erträglich? „Nein“, sagt Jankowski entschieden. „Wir lindern Armut und sorgen dafür, dass Lebensmittel, die noch essbar und gut sind, nicht weggeschmissen werden.“

Die Mündener Tafel wird in diesen Tagen genau zehn Jahre alt - kein Grund zum Feiern, wie die Ehrenamtlichen finden, die stattdessen zu einer Spendenaktion aufrufen: Sie bitten am Samstag, 6. Juni, vor Mündener Märkten um Lebensmittel.

Zwölf Ehrenamtliche gründeten 2005 die Mündener Tafel und begannen, Lebensmittel bei Märkten zu sammeln, um sie an Bedürftige abzugeben. Im ersten Jahr habe man etwa 500 Menschen versorgt, berichtet Vorstandsmitglied Barbara Jankowski. Heute seien es fast 2000.

Bei ihrer Aktion „Eins mehr“ am Samstag, 6. Juni, bittet die Mündener Tafel um die Spende haltbarer Lebensmittel: Nudeln, Reis, Konserven, Tütensuppen, Mehl und Zucker zum Beispiel. Frische Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, erhält die Tafel von 20 Lebensmittelgeschäften im Altkreis Münden. Die ehrenamtlichen Tafel-Helfer stehen zwischen 9 und 13 Uhr vor dem Hitmarkt, dem Edeka Neukauf, dem Rewe-Markt und den beiden Aldi-Märkten in Hann. Münden. Sie bitten die Markt-Kunden, „Eins mehr“ zu kaufen und bei ihnen abzugeben.

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