Wirtschaftsförderer Vogeley: Oft liegt es an den Vermietern

Leerstand bleibt sichtbar in Hann. Mündener Innenstadt

An Fronleichnam 2020 kamen viele Besucher nach Hann. Münden zum Einkaufen.
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Die Mündener Innenstadt zieht Besucher an. Wie hier an Fronleichnam 2020. Doch es gibt viel Leerstand.

25 Leerstände hat die Stadt Hann. Münden aktuell laut Wirtschaftsförderer Tobias Vogeley in den Haupteinkaufsstraßen der Innenstadt zu verzeichnen. Dieser Wert sei aber in den vergangenen zwei Jahren relativ konstant geblieben, so Vogeley.

Obwohl das Thema Leerstand in Hann. Münden, wie in anderen Mittelzentren auch, präsent sei, könne man aber seiner Meinung nach nicht davon sprechen, dass Leerstände in der Stadt besonders stark seien. Trotzdem werde jeder einzelne Leerstand als besonders auffällig wahrgenommen.

Als Gründe für die Leerstände führt Vogeley an, dass diese mit einem stetigen Wandel im lokalen Einzelhandel zu tun hätten, in welchem Angebot und Nachfragen in den vergangenen Jahren durch Online-Handel stetig rückläufig gewesen seien. Insgesamt seien die Gründe für die Leerstände aber vielfältig, denn jedes Objekt habe seine eigene Geschichte.

„Meiner Ansicht nach ist der Großteil der Wohnungs- und Ladenleerstände vermieterbegründet“, sagt Vogeley. Der Widerspruch zwischen den baulichen Gegebenheiten einer Fachwerkstadt und den Ansprüchen von Filialisten sei zudem oft schlicht nicht zu lösen. Ein weiteres Problem seien Gebäude, deren Eigentümer nicht in der Stadt lebten. In den vergangenen zwei Jahren sei es jedoch gelungen, zwei diese Objekte in die Hände der Stadt und eines einheimischen Käufers zu bringen. Obwohl er selbst als Wirtschaftsförderer Brücken bauen könne, müssten sich letztlich die Geschäftsleute, Eigentümer und potenzielle Mieter auf einen Konsens einigen, so Vogeley.

Diese Gespräche fänden auch aktuell für kleinere aber auch größere leer stehende Objekte statt. Aktuell sei ein neues Konzept zur Belebung der Altstadt über sogenannte Pop-up-Stores in Arbeit: „Hierbei würde ein Unternehmer oder die Stadt als Mieter eines Leerstandes einspringen und die Ladenfläche grundlegend herrichten“, erklärt Vogeley. Gründer könnten dann den Laden für einen Zeitraum zwischen vier bis zwölf Wochen untervermieten, sodass sie ihre Geschäftsideen ausprobieren könnten.

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