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Leerstand in Hann. Münden: Verwaltung zählt 25 Flächen

Burgstraße Hann. Münden
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In der Burgstraße Hann. Münden stehen Geschäfte leer.

Nach wie vor stehen in der Dreiflüssestadt, wie in anderen südniedersächsischen Klein- und Mittelstädten viele Schaufenster und Ladenflächen leer.  

Ein Problem mit dem sich auch der städtische Wirtschaftsförderer Tobias Vogeley beschäftigt. Fragen und Antworten.

Gab es seit unserem Bericht im September 2020 einen Negativtrend?

Nein. Die Anzahl der Leerstände liegt laut Tobias Vogeley weiter bei 25. Im Gegenteil: Mit Ella & Bo in der Bahnhofstraße und Impressio auf der oberen Langen Straße habe die Stadt zwei Geschäfte hinzugewonnen, die es in der Form noch nicht gegeben habe. Einige Leerstandsimmobilien hätten den Besitzer gewechselt, was sehr positiv sei, da die neuen Eigentümer auch etwas aus den Häusern machen wollten.

Zudem habe der Wirtschaftsförderer seit November immer wieder Anfragen für Ladengeschäfte erhalten. Er wolle aber auch keinen Hehl daraus machen, dass die Stadt mit Schuh Rösel ein echtes Zugpferd für immer verloren habe. Die erheblichen Schäden in der Postscheune, bei Salon Meyer, bei der Strumpfvitrine, bei Juwelier Deutsch oder Betten Schnell seien echte Tragödien, auch wenn es für alle von ihnen an anderer Stelle zum Glück weiter zu gehen scheine.

Gibt es Geschäftsaufgaben durch Corona?

Dass sich die Zahl der Leerstände nach Corona erhöhe sei nicht auszuschließen, aber auch nicht vorprogrammiert. Derzeit gebe es aber keine dem Wirtschaftsförderer bekannten pandemiebedingten Geschäftsaufgaben.

Führt die Verwaltung eine Bestandsaufnahme über die Leerstände?

Die Verwaltung kennt laut Vogeley alle Leerstände in Hann. Münden. Sie seien auch seit Jahren auf der Plattform „komsis“ einsehbar. Es handele sich hierbei um ein Angebot der Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums. Das dortige Leerstandsregister habe sich bereits in Zeiten der Weserumschlagstelle Hann. Münden Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing GmbH (WWS) auf „komsis“ befunden, der Wirtschaftsförderer habe den Zugang vor ca. 2,5 Jahren von den Kollegen der Hann. Münden Marketing GmbH übernommen, überarbeitet, aktualisiert, ergänzt und halte es seitdem auf dem Stand. Des Weiteren sei zukünftig geplant, ein komsis-Modul auf der städtischen Homepage zu platzieren, sodass auch hier zusätzlich alle Leerstände erscheinen könnten.

Arbeitet die Stadt mit anderen Kommunen zu dem Thema zusammen?

Es gebe Zusammenarbeit im Austausch mit den Städten im Fachwerk5Eck, der Metropolregion und der WRG. Dennoch sei jede Kommune und letztendlich jeder Eigentümer individuell, es gebe schlichtweg kein Patenrezept gegen Leerstand.

Was ist mit alternativen Konzepten?

Das Thema Pop-Up-Store sei ein gutes Beispiel, das funktionieren könne. Vor dem Lockdown sei die Stadt im Konzept auch relativ weit gewesen: Es gebe eine Vermieterin auf der Langen Straße, die mitspiele, sechs bis sieben Interessenten aus unterschiedlichen Bereichen, die sich ausprobieren möchten, wenn die Pandemielage dies ermögliche.   Zu dem Hann. Mündener Leerstandsregister mit aktuell 25 Objekten gelangen Sie wie folgt: zu.hna.de/register1004, Klick auf Reiter „Gewerbestandorte“, Klick auf „25 Gewerbeimmobilien an diesem Standort“, Klick auf Reiter „Liste“.

SPD fordert Entwicklungskonzept für die Altstadt

Es brauche Stadtentwicklungskonzepte, die dem Negativtrend Leerstand entgegenträten, um die Lebendigkeit und die Freude am Einkaufen zu erhalten, schreibt der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Kurt Koppetsch (SPD) in einer Mitteilung. „Wir brauchen außerdem eine Bestandsaufnahme über die Leerstände und eine Art Immobilienbörse, die es in anderen Kommunen schon gibt“, wird Kurt Koppetsch zitiert.

„Mit mir wird es eine Task Force geben, die einen Masterplan entwickelt – in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Innenstadt aus Gewerbe, Gastronomie und ihren Organisationen wie Gilde und Dehoga. Außerdem müssen wir mit den Eigentümern der Immobilien ins Gespräch kommen und offen sein für andere Nutzungen wie kleine Manufakturen, Ateliers, aber auch Co-Working Arbeitsplätze. In größeren Städten sind sie längst im Trend. Warum nicht auch in einem Mittelzentrum wie Hann. Münden, wo das Preisniveau günstiger ist und die Nutzer und Nutzerinnen ihre Idee erst einmal ausprobieren können, ohne sich zu verausgaben?“, so die SPD-Bürgermeisterkandidatin Dr. Karin Weber-Klatt. Eine Kooperation mit Nachbarkommunen sei ein weiteres Ziel. Mit dem erarbeiteten Konzept wolle sie in Hannover in enger Zusammenarbeit mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn für Fördermittel werben, teilte Dr. Karin Weber-Klatt mit.

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