Kostenübernahme erneuert

Leichterer Krankentransport in Hann. Münden

+
Menschen mit einem Schwerbehinderausweis, die „außergewöhnlichen gehbehindert“ (Merkzeichen aG) sind, profitieren von der Novelle.

Zu Beginn des Jahres wurde die Kostenübernahme von Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung erneuert. Fragen und Antworten:

Was ändert sich?

Im Zuge des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes wurden Regelungen bei mobilitätseingeschränkten Personen hinsichtlich der Krankentransporte erneuert. Bislang waren bei Krankenfahrten eine Verordnung vom Arzt und die Genehmigung der Krankenkasse notwendig. Neu ist, dass Menschen mit Schwerbehindertenausweis, die „außergewöhnlich gehbehindert“ (Merkzeichen aG), blind (BI) oder hilflos (H) sind, sowie Menschen, die mit dem Pflegegrad 3 (mit zusätzlicher, dauerhafter Einschränkung der Mobilität), 4 oder 5 auch ohne Kassengenehmigung einen Krankentransport zu einer ambulanten Behandlung nutzen können.

Wer zahlt für die Krankenfahrten?

Normalerweise übernehmen Krankenkassen die Kosten für Krankenfahrten nur bei einer vorliegenden Genehmigung. Die Kosten werden laut Gesundheitsministerium aber auch ohne Genehmigung übernommen, wenn sie aus medizinischer Sicht zwingend notwendig sind. Dies ist zum Beispiel bei Erkrankung der Fall, die eine regelmäßige Behandlung erforderlich machten wie zum Beispiel bei Krebspatienten. Neben Kosten für Fahrten zur stationären Behandlung können in Ausnahmefällen dann auch Kosten für Fahrten zur ambulanten Behandlung übernommen werden, wie beispielsweise zur Strahlen- oder Chemotherapie und zur ambulanten Dialysebehandlung.

Wann zahlen die Krankenkassen sonst auch die Fahrtkosten?

Sie übernehmen laut dem Fünften Buch des Sozialgesetzbuches (SGB) die Kosten bei

- Leistungen, die stationär erbracht werden (Verlegungen in andere Krankenhäuser dann, wenn sie aus medizinischen Gründen nötig sind);

- Rettungsfahrten zum Krankenhaus auch dann, wenn eine stationäre Behandlung nicht erforderlich ist;

-  bei Krankentransporten, mit einer erforderlichen fachlichen Betreuung oder der besonderen Einrichtungen eines Krankenwagens;

- bei Fahrten zu einer ambulanten Behandlung, wenn dadurch eine vollstationäre oder teilstationäre Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird. Die Wahl des Fahrzeugs richtet sich nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses nach dem individuellen Bedarf und dem Gesundheitszustand des Patienten. Genutzt werden können Taxi oder Mietwagen, Krankentransportwagen (wenn eine medizinisch-fachliche Betreuung oder Lagerung des Patienten notwendig ist) und Rettungswagen oder Rettungshubschrauber.

Auf Antrag des Patienten sind auch Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem privaten Pkw möglich. Eine Verordnung muss nicht ausgestellt werden.

Werden alle Kosten komplett übernommen?

Nein: Die Versicherten müssen sich die Fahrten zur ambulanten Behandlung, außer in den Ausnahmefällen, von der Krankenkasse genehmigen lassen. Für die genehmigten Fahrten müssen die Versicherten zehn Prozent – höchstens zehn Euro, aber mindestens fünf Euro – pro Fahrt selber bezahlen, aber nie mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten. Auch Zuzahlungen bei Kindern und Jugendlichen müssen geleistet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.