Lesenetzwerk sucht Geschichten für ein Münden-Album

Geschichten: Das Erzählcafé des Lesenetzwerkes Hann. Münden ist im Corvinushaus zusammengekommen. Leiterin des Lesenetzwerkes ist Christa Tischmeier (Dritte von links). Die Idee für das Album entstand während der Veranstaltungsreihe „Münden liest ein Buch“ (kleines Foto). Foto: Nieswandt

Hann. Münden. Das Lesenetzwerk Hann. Münden hat sich für das kommende Jahr viel vorgenommen. Mit dem Projekt Erzählcafé planen die Mitglieder, ein Mündener Album nach dem Muster des Deutschlandalbums von Axel Hacke auszuarbeiten.

Das Vorbild besteht aus 32 Geschichten aus Hackes Heimat. Es enthält Reportagen, Eindrücke und Porträts der verschiedenen Menschen, mit denen er sich unterhalten hat. „So etwas wollen wir für Hann. Münden auch machen“, sagt Christa Tischmeier, Leiterin des Lesenetzwerkes.

Um interessante Geschichten zu finden, hatte sie ins Erzählcafé in das Corvinushaus eingeladen. „Wir sind auf der Suche nach Geschichten über Menschen, die schon lange in der Stadt wohnen. Uns interessieren aber auch besonders welche von Ausländern und Zugezogenen“, sagt Tischmeier. Wie die Geschichten erzählt werden, sei egal, die darin vorkommenden Personen dürften auch anonym bleiben. „Das einzige Kriterium, das die Texte erfüllen müssen, ist, dass sie einen Bezug zu Hann. Münden haben“, sagt die Leiterin.

Geschichten gibt es genug

Sie ist sich sicher, dass sie im Erzählcafé genug Geschichten findet, um solch ein Album zu erstellen. „Man muss kein Schriftsteller sein, um gute Geschichten aufschreiben zu können“, sagt sie. Beim vergangenen Treffen des Erzählcafé seien die Geschichten nur so geflossen. „Es waren 21 Menschen da, die etwas zu erzählen hatten.“

Die Idee für ein Hann. Münden-Album kam den Mitgliedern während der Veranstaltungsreihe „Münden liest ein Buch“. Jeder könne sich daran beteiligen. „Wir suchen auch gerne Geschichten von Schülern und jüngeren Menschen“, sagt Tischmeier.

Menschen, die scheu seien, ihre Geschichte zu erzählen, gebe es im Kreise des Erzählcafés nicht. „Jeder hat etwas zu sagen.“ Dazu haben die Interessierten bei den monatlichen Treffen Gelegenheit. „Wir treffen uns ab Januar kommenden Jahres jeden letzten Mittwoch im Monat“, sagt Tischmeier.

Die ersten interessanten Geschichten liegen schon vor: Zum Beispiel die von der fast verbrannten Weihnachtsgans und die von Bianka, einem weißen Pferd, das ein Ehepaar einem Zirkus abkaufte.

Aber es sind auch Geschichten dabei, die Ereignisse beschreiben, die schon länger her sind, sagt Tischmeier. Ein Text beschäftigt sich beispielsweise mit der letzten Eisenbahnfahrt auf der alten Strecke, die 1980 stillgelegt wurde. Dass Tischmeier solch ein Projekt in Angriff nehmen würde, hatte sie im Juni diesen Jahres noch nicht gedacht. „Ich habe zusammen mit Hilda Hillebrecht und Adelheid Schäfer ein Seminar zur Fortbildung zur Moderation von Erzählcafés besucht. Dabei wurde die Idee dafür geboren.“ Es stelle für das Lesenetzwerk eine Bereicherung dar, wenn viele Geschichten erzählt werden. Dann gelinge es auch mit einem Album nach dem Vorbild von Axel Hacke. „Was er kann, können wir auch“, ist sich Christa Tischmeier sicher.

Termine 2015: Das Erzählcafé findet am 28. Januar, 25. Februar, 25 März und 29. April im Corvinushaus statt. (lin)

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