Schuppen steht im Mittelpunkt des Fests

Fest am Himmelfahrtstag: Vom Dreschen in alten Zeiten

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Freuen sich auf viele Besucher: Roland Pielok (links) und Stefan Ring von den Reservistenfreunden vor dem historischen Dreschmaschinenschuppen in Lippoldshausen. 

Am Himmelfahrtstag soll der Dreschmaschinenschuppen in Lippoldshausen im Mittelpunkt stehen bei einem Dreschschuppenfest, das die Reservistenfreunde dort ausrichten.

Er empfängt die Lippoldshausen-Besucher, die aus Richtung Hedemünden ins Dorf kommen, und hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich: der Dreschmaschinenschuppen in Lippoldshausen. Wobei der Name „Schuppen“ untertrieben ist, denn es ist eine stattliche Halle, die die Lippoldshäuser dort einst als Holzkonstruktion errichtet haben. 

Am Himmelfahrtstag, 30. Mai, soll das Gebäude im Mittelpunkt stehen bei einem Dreschschuppenfest, das die Reservistenfreunde Lippoldshausen ab 11 Uhr dort ausrichten.

Die erste Dreschmaschine lief bereits im Jahr 1900 in Lippoldshausen, Heinrich Brand war der erste Eigentümer einer solchen Innovation. Wann das Dreschmaschinengebäude genau errichtet wurde, darüber findet sich in der Lippoldshäuser Dorfchronik keine Angabe. Wohl aber, das in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Lippoldshausen eine Dreschmaschinengenossenschaft gegründet wurde, die zum Dreschen auf die Höfe kam. Dazu half man sich gegenseitig, etwa 16 bis 20 Arbeitskräfte waren zum Betrieb nötig, ein angestellter Mechanist übernahm die Wartung und Pflege. 

Während die Dreschmaschine auf die größeren Höfe kam, um dort zu dreschen, nutzten die kleineren Betriebe mangels ausreichenden Platzes die Gelegenheit und droschen ihr Getreide im Maschinenschuppen.

Die Getreideernte war in alten Zeiten eine besonders arbeitsintensive Angelegenheit. Praktisch sah das so aus, dass zunächst mit der Sense, später mit pferdegezogenen Maschinen wie dem Flügelmäher, das Getreide in noch nicht ganz ausgereiften Zustand auf dem Feld geschnitten wurde. Das Getreide wurde in Bündeln zusammengebunden und dann als Garben aufgestellt.

Dort wurde es von Wind und Sonne getrocknet, um auszureifen, und später mit dem Erntewagen heimgefahren und in den Scheunen eingelagert. Erst im Herbst oder Winter wurde dann gedroschen, also das Korn aus den Ähren geholt. Zunächst mit dem Dreschflegel, später mit Maschinenunterstützung.

In Lippoldshausen übernahm im Jahr 1951 die damalige Spar- und Darlehenskasse des Ortes die Dreschmaschine und den Schuppen, es wurde ein Anbau für die Saatgutaufbereitung eingerichtet.

Mit dem Aufkommen der Mähdrescher zur Getreideernte kam 1963 schließlich auch das Ende der Dreschmaschine, sie wurde verschrottet.

Das Gebäude aber blieb über die Jahrzehnte erhalten, es ist heute im Eigentum der Realgemeinde, die es instand hält und vermietet. Im Ort besitzen heute noch die Traktor-Freunde Lippoldshausen eine historische und funktionsfähige Dreschmaschine, die hin und wieder für Druschdemonstrationen in Gang gesetzt wird.

Stefan Ring und Roland Pielok von den organisierenden Reservistenfreunden erhoffen sich, dass am Himmelfahrtstag auch Zeitzeugen den jüngeren Lippoldshäusern das eine oder andere über das Gebäude an sich und das Dreschen in alter Zeit berichten können.

Das Fest selbst beginnt um 11 Uhr, es gibt Getränke, Bratwurst und Spießbraten. Später auch Kaffee und Kuchen, für Kinder gibt es eine Hüpfburg.

Bei trockenem Wetter findet die Veranstaltung draußen, bei Regen im Maschinenschuppen statt. 

Anmeldung:Damit die Organisatoren besser planen können, wird um eine Anmeldung bei Stefan Ring (01 70/9 06 67 80) oder Roland Pielok (0175/545 25 56) gebeten.

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