Urteil

Litauer mit gestohlenem Wagen erwischt: Gefängnisstrafe wegen Hehlerei

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Mit einem gestohlenem Transporter machte der Litauer Rast auf einem Parkplatz (Symbolbild). 

Die Polizei nahm im Mai einen Litauer wegen Hehlerei fest. Das Mündener Schöffengericht hat ihn nun zu einer Freiheitsstrafe verurteilt - ohne Bewährung. 

Das Mündener Schöffengericht hat einen 40 Jahre alten Litauer wegen Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung verurteilt. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte eine um einen Monat höhere Strafe gefordert, der Verteidiger Freispruch. „Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig“, sagte Amtsgerichtsdirektor Matthias Thielbeer, der die Verhandlung leitete.

Polizeibeamte kontrollierte den Mann im Mai dieses Jahres auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 80 bei Hedemünden.

Dort machte der Angeklagte in einem knapp 40 000 Euro teuren Kühltransporter auf Mercedes-Sprinter-Basis eine Pause. Verdächtig machte er sich unter anderen, weil er keine ausreichenden Papiere vorweisen und sein Fahrtziel nicht genau angeben konnte. 

Litauer hatte sich in Widersprüche verwickelt

Außerdem verwickelte er sich in Widersprüche und konnte zu allem Überfluss nach Aufforderung keinen Kontakt zu seinem Chef herstellen, ergab die Beweisaufnahme. Dies veranlasste die Beamten, das Fahrzeug genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Es stellte sich heraus, dass die Kennzeichen gefälscht waren und dass das Fahrzeug einige Tage zuvor von einem Ausstellungsgelände eines Autohauses in Rheda-Wiedenbrück gestohlen worden war – zusammen mit einem zweiten Fahrzeug gleicher Bauart, das kurz darauf in Dortmund wiedergefunden wurde.

Die Beamten nahmen den Mann daraufhin vorläufig fest. Dem Haftrichter reichten anschließend die Verdachtsmomente aus, um gegen den Mann Untersuchungshaft anzuordnen, die er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf verbrachte. Über seinen Göttinger Verteidiger ließ der akkurat gescheitelte Angeklagte zu Beginn der Verhandlung eine Erklärung verlesen.

Diebstahl spielte in der Anklage keine Rolle

In ihr stellt er sich als argloser Mann dar, der auf der Suche nach einem Job nach Deutschland als Lkw-Fahrer gekommen sei. Deshalb habe er sich darauf eingelassen, den Mercedes-Sprinter von Duisburg nach Dresden zu fahren, wo er nach seinem Anruf bei seinem Chef das genaue Ziel erfahren solle. „Ich wollte ein neues Leben anfangen mit ehrlicher Arbeit“, so der Angeklagte. 

Die Staatsanwältin vertrat dagegen die Auffassung, dass der Angeklagte beim „Absatz einer gestohlenen Sache“, also Hehlerei, geholfen habe. Er habe das Fahrzeug ins Ausland bringen wollen. Der Diebstahl selbst spielte in der Anklage keine Rolle. Eine als Zeugin geladene Polizisten aus Nordrhein-Westfalen sagte, es würden noch Ergebnisse von DNA-Untersuchungen am zweiten gestohlenen Sprinter ausstehen.

Gestohlene Sprinter wieder an Autohaus zurückgegeben

Vielleicht wäre die Strafe des Angeklagten etwas geringer ausgefallen, wenn er dem Rat des Amtsgerichtsdirektors gefolgt wäre. Er hatte ihm nach der Verlesung der Anklage ans Herz gelegt, wenn er sich geständig einlasse, würde sich das strafmildernd auf das Urteil auswirken.

Die beiden gestohlenen Sprinter sind inzwischen wieder an das nordrhein-westfälische Autohaus zurückgegeben und verkauft worden, sagte der Mitarbeiter der Autofirma, der den Diebstahl bemerkt und bei der Polizei angezeigt hatte. Er war als Zeuge zu der Verhandlung geladen.

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