Tiere haben sich stark vermehrt

Mäuseplage schadet Grünland: Teils Totalschaden verursacht

ARCHIV - 07.09.2017, Sachsen, Wehlen: Eine Feldmaus liegt auf einem Acker. (zu dpa: "Landwirte beklagen Feldmausplage") Foto: Arno Burgi/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Eine Feldmaus auf einem Acker (Symbolbild).

Den derzeitigen Regen haben sich die Landwirte der Region sehnsüchtig gewünscht – nicht nur, um die Wasservorräte in den Böden aufzufüllen.

Denn die anhaltend feuchte Witterung könnte den Bauern auch dabei helfen, eine der heftigsten Mäuseplagen seit vielen Jahren in den Griff zu bekommen. Mit Schnee und Frost kommen Mäuse gut klar – bei nasser-kühler Witterung hingegen leiden auch Mäuse unter Infektionskrankheiten und Überpopulationen brechen zusammen.

Schuld an der Massenvermehrung von Feldmäusen sind nach Angaben des Niedersächsischen Landvolks die vergangenen beiden trockenen Jahre mit milden Wintern. Die Nagetiere richten vor allem auf Grünland erheblichen Schaden an, in dem sie die Grasnarbe zerstören. Bis zu 150 000 Hektar Wiesen und Weiden sind nach Angaben des Landvolks in Niedersachsen betroffen, für reine Grünlandbetriebe sei das „eine echte Katastrophe“. „Wir erleben derzeit Mäusepopulationen, wie wir sie viele Jahre nicht hatten“, kann Markus Gerhardy bestätigen. 

Gerhardy ist stellvertretender Landvolkvorsitzender in Göttingen und hat auch auf seinem eigenen Ackerbaubetrieb in Gieboldehausen mit den gefräßigen Nagern sein Tun. „Während der Weizenernte sind die Mäuse regelrecht vorm Schneidwerk des Mähdreschers hin- und hergeflitzt“, hat er beobachtet. Als Ackerbauer habe er im Herbst die Möglichkeit gehabt, mit einer intensiveren Bodenbearbeitung auf die Mäuseplage zu reagieren: Das Durchgrubbern oder Pflügen des Feldes zerstört den Lebensraum der Mäuse und reduziert die Populationen deutlich. Auf Grünland gebe es diese Option hingegen nicht.

Markus Gerhardy, stv. Vorsitzender Landvolk

Die unterirdisch wühlenden Mäuse haben sich auf Grünland so stark vermehrt, dass sie nach Angaben des Landvolks einen Totalschaden verursachen – mehrere tausend Mäuse leben auf betroffenen Flächen. Sie fressen das Gras, aber auch Wurzeln ab, die Pflanzen sterben bei trockenem Wetter sofort ab. Die betroffenen Wiesen und Weiden werden völlig braun und sehen aus wie eine Steppenlandschaft.

Katastrophale Situation

Auf den betroffenen Weiden wachse kein Futter mehr, die Landwirte können dort im Frühjahr kein Gras für den kommenden Winter ernten, sie könnten auch ihre Kühe nicht auf die Weide schicken. Für die Tierhalter sei dies katastrophal, da die Futtervorräte für die aktuelle Winterfütterung nach zwei Trockenjahren schon jetzt kaum noch ausreichen. Die rindviehhaltenden Betriebe sind in vielen Gebieten nun im vierten Jahr von unvorhersehbaren Problemen betroffen.

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