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Mahnwache gegen die „Corona-Spaziergänge“ in Hann. Münden: „Wir möchten niemanden verurteilen“

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Von: Petra Siebert

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Von Mal zu Mal werden es mehr Teilnehmer, die auf den Rathausvorplatz zur Mahnwache kommen.
Von Mal zu Mal werden es mehr Teilnehmer, die auf den Rathausvorplatz zur Mahnwache kommen. © Petra Siebert

In Hann. Münden gibt es regelmäßig „Spaziergänge“ gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Gegen diese Kundgebungen hat sich in der Dreiflüssestadt ein Bündnis formiert. Etwa 100 Teilnehmer waren auf den beiden Kundgebungen.

Hann. Münden – „Wir freuen uns, dass so viele Menschen zur Mahnwache auf den Rathausvorplatz gekommen sind“. So begrüßte Daniel Koch vom Vorstand „Rock for Tolerance“, rund 100 Menschen, die sich gegen die Verharmlosung der Corona-Pandemie und entsprechende Verschwörungsmythen der sogenannten „Spaziergänger“ wandten, die in der Innenstadt unterwegs waren.

Die Anzahl der Teilnehmenden auf beiden Seiten ist seit dem Beginn gestiegen. Laut Polizei waren etwa 100 Spaziergänger und 100 Gegendemonstranten vor Ort. An die Polizeibeamten gewandt sagte Koch: „Danke, dass sie hier sind“. Mit längerem Applaus zollten die Teilnehmer den Polizisten Dank und Anerkennung für ihr Engagement während der Mahnwache. Es herrschte eine äußerst ruhige und gelassene Stimmung, die Veranstaltung war ordnungsgemäß angemeldet, die Corona-Schutzmaßnahmen wurden eingehalten.

Mahnwache gegen „Spaziergänge“: Altersstruktur der Teilnehmer durchwachsen

Die Altersstruktur der Teilnehmer war gut durchwachsen. Sie kamen nicht nur aus der Kernstadt, auch die Fahrt aus den umliegenden Ortschaften hatten die Teilnehmer auf sich genommen, um ein Zeichen zu setzen. Sie redeten und diskutierten miteinander, Hauptthemen waren Corona, Angst vor den steigenden Zahlen, das Impfen und die Sorge, es könne nie wieder so werden wie vor der Pandemie. „Impfen und testen „na klar“ war auf einem Banner zu lesen. „Es kann nicht sein, dass intelligente Menschen den Bezug zur Realität verlieren und alternativen Fakten mehr Glauben schenken als der Wissenschaft“, meinte ein Teilnehmer. Andere Meinungen müsse man akzeptieren, falsche Fakten auf keinem Fall.

„Wir möchten die Menschen, die spazieren gehen, nicht denunzieren oder pauschal verurteilen. Das ist nicht das Ziel. Wir vertreten unsere Meinung zum Thema. Im Rahmen der uns allen in diesem Land zugesicherten freien Meinungsäußerung. Unsere Meinung zum Thema basiert auf wissenschaftlichen Fakten und ist auf Solidarität aufgebaut“ sagt Melanie Tönnis, die von Anfang an die Versammlungen unterstützt. Wie schon mehrmals in den vergangenen Wochen zuvor, hatten Rock for Tolerance e.V., die Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze, der DenkmalKunst e.V., das BürgerForum Münden, der Bürgertreff Hann. Münden e.V., der Förderverein Freilichtbühne Tannenkamp, die Fridays for Future Ortsgruppe Hann. Münden und die Ev.-luth. Stadtkirchengemeinde zur Mahnwache aufgerufen, als Gegengewicht zu den regelmäßig stattfindenden „Spaziergängen“, zu denen das Bündnis Freie Niedersachsen über den Messenger Dienst Telegram aufruft.

Vorträge für die Mahnwachen geplant

Es wird nach Darstellung von Marco Hepe aus dem Vorstand von Rock for Tolerance, derzeit daran gearbeitet, die Mahnwachen mit Inhalt zu bereichern. Angedacht sind historische und wissenschaftliche Vorträge und verschiedene Lichtkunstaktionen sowie Musikbeiträge. Die nächste Mahnwache findet, je nachdem, ob die Spaziergänger kommen, am Mittwoch und/oder am Montag, 18 Uhr, statt. (Petra Siebert)

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