Maikundgebung: Ruf nach mehr Solidarität

Zug durch die Stadt: Der Demonstrationszug führte vom Schlossplatz durch die Stadt zum Rathausplatz. Fotos: Siebert

Hann. Münden. Der Mündener Ortsverband des DGB hatte zur Kundgebung vor dem Rathaus und zu einem Zug durch die Innenstadt aufgerufen.

Zur Maikundgebung hatte, wie jedes Jahr, der DGB-Ortsverband Hann. Münden mit Axel Nelges an der Spitze eingeladen. Der Demonstrationszug führte vom Schlossplatz durch die Stadt zum Rathausplatz - unter den musikalischen Klängen der Drum & Bugle Corps „Red-Stars“.

Die Mairede hielt Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer des ver.di Bezirks Region Süd-Ost-Niedersachsen. Er ging unter anderem auf die jüngsten Tarifverhandlung ein, lobte die Flüchtlingsarbeit des öffentlichen Dienstes, redete über Alterssicherung und sprach die Situation von Krankenhäusern an, die auf dem freien Markt verkauft würden.

Auf den Einzelhandel, auch in Münden eingehend, sprach er die fehlende Kaufkraft an. Doch dies sei nur ein Teil der Problematik. Es könne nicht sein, dass große Konzerne Tarifflucht begehen und den Einzelhandel in einen Versandhandel verlagern.

Er fragte nach der Gestaltung des Arbeitsmarktes in Deutschland. „Wir können mit dem Mindestlohn einen kleinen Erfolg verzeichnen, zu niedrig, aber wir haben ihn“, betonte der Redner. Man habe auch 15 Jahre lang dafür kämpfen müssen, erst Streit und Diskussionen in den Gewerkschaften und dann die mühselige Überzeugungsarbeit in der Politik.

Nun stehe es an, die Schritte um Leiharbeit und Scheinselbstständigkeit einzudämmen, dem „Unwesen der Werkverträge“ Herr zu werden und die interne Regelung herbeizuführen, damit befristete Beschäftigung zurückgeschraubt wird. Das seien die Aufgaben für die nächsten Monate.

In seiner Begrüßung machte Axel Nelges deutlich, wie beeindruckt er von dem Ökumenischen Gottesdienst in der Reformierten Kirche gewesen ist. Dieser stand unter dem Motto „Arbeiten heute - Arbeiten morgen“. Es sei tatsächlich ein Gottesdienst für Arbeitsnehmer gewesen. Dafür dankte er den Vertretern der Kirchen.

Günter Fraatz (SPD), Mündens stellvertretender Bürgermeister, stellte in seiner Begrüßung fest, dass es aufwärts gehe. Die Arbeitslosenzahlen hätten zurzeit den tiefsten Stand nach der Wende und die meisten Jugendlichen würden nach der Schule einen Ausbildungsplatz bekommen.

Trotzdem gebe es immer noch eine zu hohe Zahl an Haushalten mit zu geringem Einkommen. Benachteiligt seien da die Kinder. Deshalb sei die Schaffung von Arbeitsplätzen eine der zentralen Aufgaben. (zpy)

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