TAG DES HANDWERKS Der Mann fürs Filigrane

Finn Moritz Schäfer ist Metallbauer im Altkreis Hann. Münden

„Ich arbeite gerne mit den Händen“, sagt Finn Moritz Schäfer. Das Tor neben ihm wird nun feuerverzinkt und pulverbeschichtet.
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„Ich arbeite gerne mit den Händen“, sagt Finn Moritz Schäfer. Das Tor neben ihm wird nun feuerverzinkt und pulverbeschichtet.

„Ich mag es, mit meinen Händen zu arbeiten und das Resultat zu sehen.“ Das antwortet Finn Moritz Schäfer auf die Frage, warum er sich für eine Handwerksausbildung entschieden hat.

Dransfeld- Der 33-jährige Handwerksmeister betreibt seit fast sieben Jahren die Firma FMS Metallbau am Ortsausgang von Meensen. „Ich mache alles, vom kleinen Handlauf bis hin zum kompletten Geländer oder Tor“, berichtet der Hann. Mündener. Die Firma ist ein Zwei-Mann-Unternehmen, Schäfer hat einen Angestellten. „Momentan bin ich regelmäßig an 20 Stücken gleichzeitig“, berichtet er. Die Auftragslage für seinen Betrieb ist „sehr gut“. „Ich arbeite vor allem für Privatkunden, mache gerne filigrane Arbeiten.“

Wenn ein Auftrag für seine Firma zu groß wird, lehnt er ihn auch lieber ab. „Mit zwei Mann ist nicht alles möglich.“ Sein Anspruch ist, dass er den Kunden bestmögliche Qualität bietet. Gerade im vergangenen Jahr hatte er sehr viele Aufträge, mehr als in den vergangenen Jahren. Die Leute verbrachten viel Zeit zu Hause und gaben ihr Geld für Renovierungsarbeiten und Ähnliches aus. Durch die anhaltende Rohstoffknappheit seien die Preise gestiegen, dies merken dann auch seine Kunden.

Seine Stücke werden in Hannover feuerverzinkt, pulverbeschichtet werden sie bei einer Firma in Gimte. Seine Stücke baut er selbst, er nutzt keine vorgefertigten Teile.

„An jedem Projekt hängt mein Herz“, sagt der Metallbauer. Manches würde er am liebsten selbst behalten“, sagt Finn Moritz Schäfer. Er stammt aus einer Familie mit vielen Selbstständigen. Eigentlich habe er Sozialpädagogik studieren wollen, wie seine Eltern. Er besuchte in seinem Heimatort Hann. Münden die Realschule und machte sein Fachabitur an der Fachoberschule für Gestaltung in Witzenhausen.

Da er lange auf einen Studienplatz habe warten müssen, habe er zur Überbrückung eine Lehre als Metallbauer bei der Schlosserei Husemann in Hann. Münden begonnen. Während dieser Zeit wuchs die Idee, sich vom Studium zu verabschieden und Handwerker zu bleiben. Er belegte diverse Fortbildungen nach seiner Lehre und machte seinen Meister an der Meisterschule in Northeim. „Handwerker ist man oder man ist es nicht“, sagt er. Dies zeige sich auch in der Nachwuchssituation – ein Problem, das viele Handwerksbetriebe umtreibt. Es sei schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Selbstständig machte er sich mit 25 Jahren, am 1. Oktober 2014, zwei Tage vor seinem 26. Geburtstag. Sein „Sprung in die Selbstständigkeit“ geschah aus einem Zufall heraus. In dieser Zeit stand in Meensen ein Metallbaubetrieb leer. Am Anfang half ihm sein Ausbildungsbetrieb und schob ihm kleinere Aufträge zu, nach etwa zwei Jahren hatte er auf dem Markt Fuß gefasst. Er hat zahlreiche Kunden aus dem Landkreis Göttingen. „Neben dem Arbeiten mit den Händen gefällt mir sehr, dass die Aufgaben so vielfältig sind“, sagt Finn Moritz Schäfer. „Planung, Problemlösung und natürlich der Kontakt mit den Kunden, all das kommt zusammen.“ (Jens Döll)

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