Fragen & Antworten zum Nachtfalter

Gefährlicher Eichenprozessions-Spinner auf Vormarsch

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Nicht ganz ohne: Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners.

Hann.Münden/Dransfeld/Staufenberg. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt warnt vor einer Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners, eines Nachtfalters.

Nach den heißen Sommern und den milden Wintern seit 2003 ist derzeit eine Ausbreitung und Massenvermehrung erstmals auch in Niedersachsen zu beobachten, teilt das Amt mit.

Wo kommen Eichenprozessionsspinner vor? 

Der Eichenprozessionsspinner kommt an allen Eichen-Arten vor. Er bevorzugt warm-trockene Regionen, also lichte Eichenwälder, Waldränder und Einzelbäume. Schadensmeldungen im Kreis liegen bislang laut Nordwestdeutscher Forstlicher Versuchsanstalt nicht vor.

Wo kann das Problem liegen? 

Problematisch sind die Raupen weniger wegen ihres Fraßes der Eichenblätter, sondern vor allem durch ihre Wirkungen auf den Menschen.

Welche Wirkungen sind das? 

Die Härchen der Raupen enthalten ein Nesselgift, ähnlich dem von Brennnesseln. Das Nesselgift der Raupenhaare ist jedoch deutlich stärker und wirkt länger. Es kann bei Hautkontakt oder beim Einatmen verschiedene allergische Symptome auslösen.

Was passiert bei Hautkontakt? 

Kontakte mit der Haut führen zur sogenannten Raupendermatitis. Bei Personen oder Tieren richten sich die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität nach der Dichte der Kontakte. Ein geringer Kontakt löst meist nur einen Juckreiz aus, während ein heftiger Kontakt zu starkem Juckreiz, Schüttelfrost, Schwindel in seltenen Fällen bis hin zu allergischen Schockreaktionen führen kann.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen? 

Beim Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können mit Medikamenten behandelt und dadurch gemildert werden.

Wann findet die Vermehrung der Raupen statt? 

Sie findet insbesondere von Ende Mai bis Ende August statt. Die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner brechen leicht und können durch Luftströmungen auch über 100 Meter weit getragen werden. An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen die Brennhaare zurück.

Wie kann man sich am besten schützen? 

Wer in ein Gebiet kommt, das von der Eichenprozessionsspinnerraupe befallen ist, sollte alle Körperflächen bedecken. Raupen und das Gespinst nicht berühren. Jeden Kontakt vermeiden.

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