Tier und Mensch

Maulwürfe sind Helfer für Natur und Garten

Ein Europäischer Maulwurf in einem Erdhügel. (Symbolbild).
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Ein Europäischer Maulwurf in einem Erdhügel.

Sie vertilgen Engerlinge und junge Wühlmäuse, lockern den Boden und durchlüften ihn. Trotzdem sind Maulwürfe wegen ihrer Hügel bei Gärtnern und Landwirten nicht sonderlich beliebt.

Hann. Münden – „Bei mildem, feuchtem Wetter zieht es die Regenwürmer und Engerlinge, von denen sich der Maulwurf ernährt, in die oberen Erdschichten“, erläutert Michael Rubin, der Vorsitzende des Hann. Mündener Kleingartenvereins Am Hochbad. So baut der Maulwurf zur Zeit viele Gänge nahe der Oberfläche.

Das Erdreich, das er mit seinen kräftigen Schaufeln löst, wirft er mit Kopf und Rüssel hinaus. So kam das Tier zu seinem Namen. Maul kommt nämlich von molte, dem althochdeutschen Wort für Erde. Die Hügel des Erdwerfers können Schäden verursachen. „Wenn das Mähwerk beim Heumachen immer wieder Maulwurfhügel trifft, wird es stumpf“, erläutert Landwirt Claus Baumgärtel vom Klostergut Hilwartshausen.

Zudem verunreinigt die aufgewirbelte Erde das Heu. „Ich ziehe daher den Boden im Frühjahr mit dem Schlepper wieder gerade“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Landvolks Göttingen.

Maulwurfhügel: Am Werra-Ufer bei Hedemünden herrscht wetterbedingt rege Bautätigkeit.

Die Hügel stören zudem Rasenliebhaber. „Wir haben damit bei uns im Verein allerdings nicht so viele Probleme“, stellt Kleingärtner Rubin klar. Bei ihnen sei immer jemand am Graben. Das störe die Tiere. Unbehelligt seien sie dagegen auf der Liegewiese des Hochbads nebenan. Denn: „Der Betrieb ruht bis zur nächsten Freibadsaison“, heißt es bei den zuständigen Versorgungsbetrieben Hann. Münden auf Nachfrage.

„Auf Äckern gibt es viel seltener Maulwurfhügel, weil die Flächen in der Regel ein-, zweimal im Jahr gepflügt werden“, ergänzt Landwirt Baumgärtel. Bei der Bodenbearbeitung gehen oben liegende Gänge, die bis zu einem Meter tief ins Erdreich führen, kaputt. Der Maulwurf zieht sich zurück.

Maulwürfe stehen unter Schutz

Den unter Schutz stehenden Tieren nachzustellen oder sie gar zu töten, ist verboten. „Manche Gärtner stecken eine leere Flasche so in den Hügel, dass die Öffnung aus der Erde ragt“, berichtet Kleingärtner Rubin. Das Pfeifgeräusch, das dann der Wind erzeugt, vergrämt das Tier. Eigentlich macht das aber aufgrund der vielen Vorteile eines Maulwurfs keinen Sinn. Die Säuger halten insbesondere die viel lästigeren Wühlmäuse fern, die an den Wurzeln der Pflanzen nagen und sie zum Absterben bringen.

„Maulwürfe, die keinerlei pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, fressen junge Wühlmäuse“, weiß Wildnispädagoge Andreas Zarrieß vom Hohen Hagen. In der Natur spielen die Maulwurfhügel eine wichtige Rolle, berichtet er. Sie brechen dichte Pflanzendecken auf. Auf der lockeren, feuchten Erde der Hügel wachsen konkurrenzschwache Pflanzen, die sonst keine Chance haben, sich durchzusetzen. Zarries schwärmt vom schwarzen, samtweichen Fell der Maulwürfe, aus dem früher Muffs und Mäntel hergestellt wurden.

„In meinem Naturgarten in Bördel sind die Tiere immer willkommen“, erklärt Werner Rohlmann vom Naturschutzbund (Nabu) Altkreis Münden. (Michael Caspar)

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