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Maximilian Ullrich aus Wiershausen erschafft Holzfiguren

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Von: Kira Müller

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Motorsäge statt Hammer und Meißel: Maximilian Ullrich aus Wiershausen sägt unter dem Namen „Sägezahn Holzkunst“ verschiedene Motive aus Holzstämmen.
Motorsäge statt Hammer und Meißel: Maximilian Ullrich aus Wiershausen sägt unter dem Namen „Sägezahn Holzkunst“ verschiedene Motive aus Holzstämmen. © Kira Müller

Ob Rammstein-Logo, Wildschwein oder Kürbisse für den Herbst – Maximilian Ullrich macht aus Holz Kunst. Der 36-Jährige aus Wiershausen schnitzt mit seiner Motorsäge Figuren aus Holzstämmen.

Wiershausen – 2020 begann er unter dem Namen „Sägezahn Holzkunst“ mit seinem Hobby und sägt nun mit spitzen Sägeblättern seine Motive. Bis heute habe er etwa 100 Aufträge erhalten und abarbeiten können.

Wie er zu diesem Hobby kam? Ein Zufall sagt Ullrich. „Ich habe mit meinem Vater einen Baum im Garten gefällt, ihn mit nach Hause genommen und angefangen ein Herz für meine Frau zu schnitzen“ – das war das erste Projekt.

Er hat mit einer geliehenen Motorsäge angefangen – und jetzt ist alles, was in der Werkstatt ist, von mehreren Motorsägen bis hin zu Schleifmaschine, Öl und Leim durch das Hobby finanziert worden.

Fuchs geschnitzt aus Holz
Sechs Stunden Arbeit stecken in diesem Fuchs. © Maximilian Ullrich

Seine Werkstatt hat er sich erst etwas später angemietet. Nach und nach hat er diese umgebaut und auf seine eigenen Wünsche angepasst.

Das Holz für seine Projekte bekommt er aus dem Wald oder aus privaten Gärten. „Jeder weiß, dass ich das mache“, sagt er. Und so habe sich herumgesprochen, dass er ungenutztes Holz oder umgestürzte Bäume gerne weiterverarbeitet. Zum Schnitzen benutzt er meist Nadelholz, wie Fichte; aber auch Eiche steht in seinem kleinen Lager zum Bauen von Tischen oder Theken.

„Mich stört es auch nicht, wenn in einem Stück Holz der Holzwurm mal drin war – das ist Natur“, erklärt Ullrich. Denn auch Flicken ist bis zu einem gewissen Punkt mit Leim und Sägespänen möglich. „Das ist viel mehr als nur ein bisschen Schnitzen“, sagt er. Das Holz aus dem Wald holen, die Motive aufzeichnen und aussägen.

Feinarbeiten mit einer kleinen Fräse und Details mit einer Art Bunsenbrenner flämmen, zum Schutz noch mit Holzöl versiegeln – erst dann wird daraus ein fertiges Kunstwerk. Kopfhörer, Schnittschutz und eine Schutzbrille sind das mindeste beim Arbeiten mit der Motorsäge“ – passiert sei noch nie etwas.

Eine Spende für das „Rock for Tolerance“ Festival: Das Peace-Zeichen soll für einen guten Zweck versteigert werden.
Eine Spende für das „Rock for Tolerance“ Festival: Das Peace-Zeichen soll für einen guten Zweck versteigert werden. © Kira Müller

Seine Arbeit hat sich herumgesprochen und sein Auftragsbuch ist gut gefüllt. „Es ist immer wieder was Neues“, sagt er. Dann musste schließlich auch ein Logo her: „Die Aufträge wurden immer mehr und dann dachte ich mir, ich brauche ein Logo. Meine Tätowiererin hat mir dann eins gezeichnet und dafür habe ich ihr etwas geschnitzt“, erklärt der Künstler. Auch ein Brandlogo hat sich Ullrich angeschafft – denn seine Figuren sollen wieder erkennbar sein.

Seine Arbeiten und die Entstehung dokumentiert er auf Facebook, Instagram und seit einem Jahr auch auf seinem Youtube-Kanal. Start des Kanals war im Mai 2021. Sein Arbeitskollege Stephan habe schon immer einen Youtube-Kanal und da „keine vernünftige Anleitung, wie man Figuren aus Holz schnitzt“ zu finden war, begannen sie das gemeinsame Projekt. Stephan als Kameramann und Maximilian als Schnitzer.

Diese Eule ist eine der neuesten Arbeiten.
Diese Eule ist eine der neuesten Arbeiten. © Kira Müller

„Wir haben arbeitsbedingt eine lange Pause gemacht und jetzt erst wieder angefangen“, sagt Ullrich. „Youtube braucht viel Zeit und macht Arbeit, das ist viel mehr als nur ein Zeitvertreib.“ Neben seiner Arbeit in der Werkstatt ist er auch bei verschiedenen Veranstaltungen dabei. Er sägte zum Beispiel auf dem Lichterfestival in Münden oder beim Barbecue Festival in Waldkappel.

Für das „Rock for Tolerance“-Festival, das im Juli in Hann. Münden stattfindet, hat der Wiershäuser ein Peace-Zeichen geschnitzt. Dieses wird auf dem Festival versteigert und das Geld für einen guten Zweck gespendet werden.

Beruflich macht er aber eigentlich etwas ganz anderes: Er ist gelernter Koch, und arbeitet derzeit in einer Vollzeitstelle als Regionalleiter für Sushi Daily. Zusätzlich ist er Inhaber von Betten Schnell in Hann. Münden. (Kira Müller)

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