Medikamente im Wasser bedrohen das Ökosystem

Altkreis Münden. Sehr häufig werden vor allem flüssige Medikamente über die Toilette oder Spüle entsorgt. Wirkstoffe können so in den Wasserkreislauf gelangen.

Das sagt Dorothee Stamm von Remedica, einem Entsorgungssystem von alten Medikamenten.

„Nach den Einleitungsbestimmungen der Abwasserbeseitigungssatzung der Stadt Hann. Münden ist es grundsätzlich nicht verboten, Medikamente in den Abfluss zu geben, da sie den Betrieb der Zentralkläranlage und deren Reinigungsleistung nicht beeinträchtigen“, sagt Joachim Spiegler, Chef der Stadtentwässerung in Hann. Münden

Es sollte aber berücksichtigt werden, dass diese „Mikroverunreinigungen“, etwa durch Medikamente, innerhalb der Reinigungsprozesse auf der Zentralkläranlage „nicht eliminiert werden können und dadurch unvermindert in die Weser abgeleitet werden, wo sie das dortige Ökosystem nicht unerheblich beeinträchtigen können“, so Spiegler.

„Das Thema ist aktueller denn je und stellt eine zunehmende Herausforderung für alle Beteiligten dar“, sagte kürzlich die niedersächsische Staatssekretärin Almut Kottwitz. Daher sollten überschüssige Medikamente an den dafür vorgesehenen Sammelstellen abgegeben werden.

Die Mikroverunreinigungen könnten durch eine sogenannte vierte Reinigungsstufe auf der Kläranlage beseitigt werden. Diese ist aber derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben und würde Investitionen im Millionenbereich erforderlich machen, so Spiegler. Soweit überhaupt eine gesetzliche Verpflichtung zur Einführung der vierten Reinigungsstufe kommen sollte, sei diese aber in den derzeitigen Diskussionen nur für Kläranlagen für mehr als 100 000 Einwohner angedacht. Die Zentralkläranlage wäre damit von einer möglichen Verpflichtung nicht betroffen.

Die Apotheken im Landkreis nehmen freiwillig Altmedikamente zurück, der Landkreis Göttingen unterhält das Rücknahmesystem.

Rubriklistenbild: © dpa

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